Aufsatz 
Nida-Heddernheim : ein populärwissenschaftlicher Führer durch die prähistorischen und römischen Anlagen im "Heidenfelde" bei Heddernheim / von F. Gündel
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70 Die nachrömiſche Zeit.

Straßen von Groß⸗Srankfurt in dieſem Gebiet dieſe alten Flurnamen berückſichtigt werden. Das Stück der alten römiſchenSteinſtraße nach Okarben, welches von der Chauſſee heddernheim Niederurſel oſtwärts zum Rupferwerk und der Gasanſtalt abzweigt, hat heute ſeinen altehrwürdigen Ramen‚Zeilweg wieder erhalten.

Serner beachte man die heutigen Wege imheidenfelde; faſt überall wird man den Zuſammenhang mit der Römerzeit noch klar erkennen. Die Straße von heddernheim nach Praunheim liegt weſtlich der Sriedhöfe faſt genau auf der römiſchen platea novi vici. Der am iſraelitiſchen Totenhof nach Rorden ziehende Seldweg entſpricht faſt genau der römiſchen Saalburgſtraße. Die Slucht der Stadtmauer wird faſt überall durch einen modernen Seldweg bezeichnet; wo er fehlt, wie z. B. an einem Teil der Rordſeite, da iſt er erſt vor kurzer Zeit beſeitigt worden und findet ſich noch auf alten Flurkarten. Dom höchſten Punkte des ganzen Geländes(auf der Straße nach Praunheim etwa 70 m öſtlich der Friedhöfe) endlich führt ein heute zwecklos erſcheinender Feldweg nach Süden. Sein Vor⸗ handenſein erklärt ſich ſofort, wenn man aus dem Plan des römiſchen Kaſtells erſieht, daß hier einſt vom Mittelgebäude desſelben die Straße nach dem Südtore des Raſtells führte, die faſt genau dieſem modernen Feldwege entſpricht.

Huch das Gelände ſelbſt läßt vielfach noch erkennen, was einſt vor faſt 2000 Jahren hier geſtanden hat. Wenn man auf den grünen SFeldwegen um die alte Stadt wandert, wird man überall zur Seite des Weges eine deutlich über den Boden ſich erhebende Schwelle bemerken, die den ganzen Weg begleitet, es ſind die Schuttmaſſen der Stadtmauer. Uuf dem ſteinigen, von Mörtel durch⸗ ſetzten Boden gedeiht das Getreide nur ſpärlich, doch das Unkraut des(ickers iſt auch mit ſo kärglicher Nahrung zufrieden und entfaltet hier üppig ſeine gelben Blütenriſpen. So zeichnet ſich beſonders im Frühſommer, ehe das Getreide hochwächſt, oft auf dem grünen Selde der Zug der Schuttmaſſen der Stadtmauer als gelber Blütenſtreifen deutlich ab, namentlich an der Südſeite der Stadt, die überhaupt noch am klarſten im Gelände erkennbar iſt. Beſonders ſtark im Gelände hervortretende Punkte ſind ferner noch das Oſttor des Steinkaſtells und das Rordtor der Stadt an der Saalburgſtraße, welche beide ſich als deutlich bemerkbare Erhebungen des Bodens noch heute darſtellen.

Römiſche RKeſte, Sigillatafragmente, Scherben, Schieferſtücke uſw. liegen allenthalben verſtreut auf den kickern umher. Huch manchen Stein kann man heute noch in heddernheim und Praunheim vermauert finden, den römiſche hände einſt behauen. Un der Südoſtecke der Gartenwirtſchaft von Schmitt am Südausgange von heddernheim bemerkt man in der Gartenmauer leicht einen römi⸗ ſchen Mühlſtein, in einer Gartenmauer am Südrande von heddernheim das halb⸗ kreisförmige Profil eines Zinnendeckſteins. Ein gleicher Stein dient heute als Prellſtein an dem kurz vor Praunheim nach Süden von der Eliſabethenſtraße zum