12 Die prähiſtoriſche Zeit.
zu den ſteinzeitlichen Bewohnern, welche das Lößplateau ſüdlich des Taunus bebauten, ſcheint das neu auftretende Volk die Slußtäler und die in ihnen hin⸗ ziehenden Straßen als Wohngebiet bevorzugt zu haben. Wenigſtens finden ſich Reſte von Sieèdelungen der Bronze⸗ und hallſtattzeit auf der den Taunus begleiten⸗ den Ulckerlandſchwelle nur ſpärlich, während ſie in den Tälern der Nidda und des Mains zahlreich ſind. Es iſt eben ein anderes Volk mit anderer Kultur und anderen Sitten. Dies geht auch daraus hervor, daß jetzt an die Stelle der in der Stein⸗ zeit hier allgemein üblichen Sitte der Leichenverbrennung ein Schwanken zwiſchen Derbrennung und Beſtattung tritt, welches wohl durch die Unnahme ethno⸗ graphiſcher Unterſchiede und kultureller Beeinfluſſung zu erklären iſt. In der mittleren und ſpäteren hallſtattzeit aber wird die Totenbeſtattung zur herrſchen⸗ den Sitte.
Im heddernheimer Felde ſelbſt haben ſich direkte Spuren einer Beſiedelung in der Bronze⸗ und hallſtattzeit bisher nicht gefunden, doch iſt bei der Lage des Gebietes an der Nidda, alſo in der Nähe der einen der beiden großen prähiſtoriſchen Völkerſtraßen, die von jenem Volke als Siedelungsgebiet bevorzugt worden zu ſein ſcheinen, wohl anzunehmen, daß auch in jener Zeit hier Riederlaſſungen beſtanden haben, deren Spuren gleichfalls infolge der ſtarken Bebauung des Platzes in der ſpäteren Zeit heute nicht mehr erkennbar ſind. In unmittelbarer Nähe der Römerſtadt fanden ſich nämlich immerhin bemerkenswerte Reſte der hallſtattkultur, eine Wohngrube im Gebiete der ſchon oben erwähnten Praun⸗ heimer VDilla, und im vorigen Jahre, nur 250 m weſtlich vom Südweſttore der Römerſtadt entfernt, am Oſtausgange von Praunheim mitten im jüngeren römiſchen Gräberfelde ein Brandgrab aus der älteren hallſtattzeit. HKuch in einer nur 500 m nördlich der Römerſtadt gelegenen Ziegelei wurde im vorigen Jahre ein hallſtattbrandgrab feſtgeſtellt. In den angrenzenden Gemarkungen fanden ſich Gräber und Wohngruben dieſer Periode mehrfach, 3. B. bei Niederurſel, Berkers⸗ heim, Eſchersheim und Rödelheim, wo ſogar vor kurzem ein Töpferofen der Hallſtattzeit, eine archäologiſche Rarität, ausgegraben wurde.
Die Latène⸗Seit.
Die letzte vorgeſchichtliche Periode, die jüngere Eiſenzeit oder Latène-Zeit iſt durch zahlreiche Funde in unſerer Gegend vertreten, 3. B. in Praunheim, Rödelheim, Bonames, Berkersheim, Eſchersheim, Ginnheim uſw., welche auf eine ziemlich dichte Bebauung des fruchtbaren Kckergebiets am Main und an der Ridda ſchließen laſſen. Dabei iſt bemerkenswert, daß dieſe Latène- Bevölkerung wiederum das in der hallſtattzeit, wie es ſcheint, wenig bevölkerte


