8 Die prähiſtoriſche Zeit.
Kuch die alte Mainfurt war alſo bereits damals dicht beſiedelt geweſen. In letzter Stunde noch wurde das älteſte Srankfurt, das vor 4000 Jahren einſt hier geſtanden hatte, der Vergeſſenheit entriſſen, denn wenige Wochen ſpäter hatte bereits der Dampfbagger alles verſchlungen, und heute fahren ſchwerbeladene Schiffe über die Stätte, wo in grauer Vorzeit auch ſchon reges Leben pulſiert hatte. Nachdem durch dieſe Entdeckungen der Sorſchung beſtimmtere Bahnen gewieſen waren, ergaben ſich namentlich in den letzten zwei Jahren auch im weſtlichen Teile der fruchtbaren Lößſchwelle, welche den Zug des Taunus im Süden begleitet, überall und maſſenhaft Spuren neolithiſcher Beſiedelung, zum Teil umfangreiche Dörfer oder doch Wohngruben und Gräber: in Berkersheim, Bonames, Niederurſel, Praunheim, Eſchersheim, Ginnheim, Rödelheim bis in die Gegend von Eſchborn und Soſſenheim, in allerjüngſter Zeit ſogar im Taunus ſelbſt, am herzberg, kurz überall im Norden von Frankfurt. Da aber die Rultur dieſer neolithiſchen Bevölkerung im weſentlichen eine gleichartige war, wie nament⸗ lich die Grabfunde beweiſen, ſo ergab ſich mit Sicherheit die Tat ſache, daß das ganze fruchtbare Ackerland, das ſich am Südfuß des Taunus entlang durch die Wetterau bis zum Dogels⸗ berge hinzieht, bereits in der jüngeren Steinzeit von einem einheitlichen Volke dicht beſiedelt geweſen iſt.
Rach dieſen Seſtſtellungen iſt auch für das eddern heimer SFeld, das ja mitten in der Kette der genannten Sundſtätten liegt, eine Beſiedelung in neolithiſcher Zeit mit Sicherheit anzunehmen. Die Bodenverhältniſſe und Lebens⸗ bedingungen waren hier dieſelben, wie in den Gemarkungen ringsum, in denen anſehnliche Siedelungen feſtgeſtellt wurden. Sie waren hier vielleicht wegen der dominierenden Lage am hochufer der Nidda ſogar noch günſtiger. Doch auch an direkten Zeugen fehlt es nicht. Einzelfunde, wie Steinmeißel, Beile u. dgl. wurden bei den Grabungen im römiſchen Gebiet von heddernheim mehrfach zutage gefördert, ſo z. B. in der Töpferkolonie vor dem Rordtore der Stadt, wo dieſe Gerätſchaften vielleicht den römiſchen Töpfern, die ſie im Boden fanden, als Werkzeuge gedient haben. Steinzeitliche Wohngruben und Gräber freilich ſind in der Gemarkung ſelbſt noch nicht nachgewieſen worden und auch innerhalb des römiſchen Stadtgebiets kaum mehr nachweisbar, da dieſe nur wenig in den
Boden eingetieften Gruben ſicherlich überall durch die dichte Bebauung des Terrains
in römiſcher Zeit zerſtört worden ſind. HKußerhalb des Ringes der römiſchen Stadtmauer aber wurde bereits im Jahre 1809 nur etwa 400 m weſtlich derſelben gelegentlich der Kusgrabung einer römiſchen Villa bei Praunheim, alſo doch in unmittelbarer RNähe der ſpäteren Römerſtadt, eine ſteinzeitliche Wohngrube auf⸗ gefunden und unweit derſelben eine Kbfallgrube mit zahlreichen neolithiſchen Scherben, alſo ſichere Beweiſe einer Beſiedelung in jener grauen Vorzeit. Der Sund wurde damals, da er vereinzelt ſchien in einem von ſo früher Rultur ver⸗


