Die prähiſtoriſche Zeit.
Die Steinzeit.
Die Geſchichte von Frankfurt am Main und ſeiner Umgebung und damit auch die Urgeſchichte von Nida⸗heddernheim beginnt nach den überraſchenden und reichen Ergebniſſen der heimiſchen Bodenforſchung in den letzten Jahren mit der jüngeren Steinzeit, jener periode, die man gewöhnlich ins 2. Jahr⸗ tauſend v. Chr. ſetzt, wo der Menſch, noch unbekannt mit dem Gebrauch der Metalle, die notwendigſten Werkzeuge mühſam aus Stein verfertigte, immerhin aber gegenüber der älteren Steinzeit inſofern bereits weiter fortgeſchritten war, als er vom Waſſer der Flüſſe bereits gelernt hatte, das ſpröde Material zu ſchleifen und zu glätten, es zu durchbohren und ſogar kunſtſinnig zu bearbeiten. Die be⸗ deutſame Erkenntnis, daß bereits in dieſer frühen Zeit unſere Gegend dicht be⸗ ſiedelt war, verdanken wir den ergebnisreichen Kusgrabungen, welche der ver⸗ dienſtvolle Erforſcher der Vorgeſchichte Frankfurts, herr Prof. Dr Wolff, auf dem Lößplateau der„hohen Straße“ bei Marköbel, im Kilianſtädter Walde, im Büdesheimer Selde und anderwärts vornahm. Während nämlich bis dahin nur gelegentliche Zufallsfunde und wohl auch eine vereinzelte neolithiſche Wohngrube auf die Kultur der Steinzeit in unſerer Gegend dunkel und ahnungsvoll hinwieſen, wurden durch Wolffs bahnbrechende Unterſuchungen auf dem fruchtbaren Kckerlande, das ſich im Norden von Srankfurt zwiſchen Main und Taunus durch die Wetterau hin bis an den Suß des Vogelsberges erſtreckt, zum erſten Male neolithiſche Gräber und Wohngruben in großer Anzahl aufgefunden, alſo un⸗ trügliche Unzeichen einer dichten ſteinzeitlichen Beſiedelung von einiger Dauer. Raſch erweiterte ſich das zunächſt noch kleine neolithiſche Sundgebiet. Zwei Jahre ſpäter bereits brachte die vom Zufall geſandte Kufdeckung einer ziemlich anſehn⸗ lichen ſteinzeitlichen Niederlaſſung im Gebiete des Srankfurter Oſthafens eine willkommene Ergänzung der an der„hohen Straße“ gewonnenen Erkenntniſſe.


