4 Einleitung.
Gerade dieſe Reuordnung des Römiſchen Saales unſeres Muſeums iſt beſonders geeignet, das Intereſſe an der alten Römerſtätte bei heddernheim in die weiteſten Kreiſe zu tragen, und es wird vielleicht mancher, wenn ihm beim Durchwandern des Saales allenthalben der Rame„Heddernheim“ begegnet, den Wunſch hegen, Genaueres über die dortige Römerſtadt zu erfahren. Er wird vielleicht ſogar hinauswandern, um das Bild der verſunkenen römiſchen herrlich⸗ keit aus dem Boden wieder hervorzuzaubern, und— enttäuſcht zurückkehren, da, ſo weit das Kuge reichte, nur Saatfelder, Obſtpflanzungen und Gärtnereien draußen zu ſehen waren, nirgends aber Reſte der römiſchen Dergangenheit. Da erſcheint es wohl gerade jetzt zeitgemäß, die Ergebniſſe der Sorſchungen im heddernheimer Gebicte einmal in populärer Saſſung kurz und überſichtlich zuſammenzuſtellen. Dieſem Zwecke ſoll das vorliegende, anſpruchsloſe Schriftchen dienen. Es ſoll zur Ergänzung und Belebung des heute ſo ſchön und klar umſchriebenen römiſchen Kulturbildes in unſerem Muſeum beitragen und ferner demjenigen, der etwa die alte Römerſtätte im„heidenfelde“ beſuchen will, ein mitteilſamer Sührer ſein, der ihm ihre— freilich ſpärlichen und ſchwer erkennbaren— RKeſte im Gelände zeigt. DVor allem aber ſoll es das Intereſſe an der Frühgeſchichte Srankfurts weiter verbreiten und der heddernheimer Sorſchung neue Freunde gewinnen.
Sollten dieſe Ziele befriedigend erreicht werden, ſo konnte es nicht genügen, den Leſer einfach ins heidenfeld hinauszuführen und ihm dort zu ſagen: hier ſtand das Kaſtell, hier das Forum, hier zog die Stadtmauer uſw., weil, wie be⸗ merkt, hier eben nicht mehr, wie z. B. auf der Saalburg und anderen Taunus⸗ kaſtellen, Mauerreſte u. dgl. über dem Boden erhalten ſind. Ein„Sührer“ muß hier dem Beſucher, der mit dem Plane in der hand die Stätte durchwandert, auch Untwort geben auf die Fragen: Woher weiß man das alles? Wie kam man darauf, gerade dort zu graben? uſw. Deshalb ſind gelegentlich hinweiſe und kurze Bemerkungen eingeſtreut, die dem Leſer auch einen Blick in die Werkſtatt des Sorſchers geſtatten.— Endlich aber kann man, wie bei jeder Römerſtätte, ſo auch hier nur dann ein volles Verſtändnis der römiſchen Befeſtigungen, der Bedeutung der Stadt und ihrer Kulturverhältniſſe uſw. gewinnen, wenn man ihre Geſchichte kennt und dieſe wiederum in die großen Zuſammenhänge der römiſch⸗ germaniſchen Geſchichte überhaupt einzureihen vermag. Es mußten daher, da das Schriftchen vor allem für die hand hiſtoriſch intereſſierter Laien beſtimmt iſt, bei denen eine genaue Renntnis der Okkupation unſeres Gebietes durch die Römer füglich nicht vorausgeſetzt werden kann, in die Darſtellung der Geſchichte der Römer⸗ ſtätte ſelbſt auch orientierende Angaben über dieſe allgemeinen Zuſammenhänge eingefügt werden, damit dem Bilde der hintergrund nicht fehle.
Dem SFachmann freilich wird hiernach der Inhalt dieſes populärwiſſenſchaft⸗ lichen Schriftchens, das im weſentlichen eine Zuſammenfaſſung der in den wiſſen⸗ ſchaftlichen Fachſchriften veröffentlichten Sorſchungsergebniſſe iſt, wenig Reues


