Aufsatz 
Beiträge zur Homerischen Worterklärung und Kritik : dem Herrn Director Dr. Ed. Geist ; bei der Feier seiner 25jährigen Wirksamkeit als Gymnasiallehrer überreicht / von H. Rumpf
Entstehung
Einzelbild herunterladen

243.

Stäbe; da dieselben nunxl æreνιι 6⁵⁶σιε heissen, grade so wie der Griff an der Vorderseite des Wagens, und sich nach unten krümmen müssen,ig ndro reirouαœ, so sind es ohne Zwei- ſel die beiden im Halbkreis gebogenen Stäbe oder Ränder, die dem auf den Wagen Steigenden rechts und links waren und als bequeme Handhabe dienen mochten, vgl. die verschiedenen Figg. von Taf. II.; manche Wagen haben dieselben getrennt von dem vorderen Griff, wie Fig. IX, a. und Fig. IV, andere mit besonders weitem Bogen und darum nach der hinteren Seite zu noch durch einen Verbindungsstab, der wie eine Sehne des Kreises durchzieht, mehr befestigt; vgl. F V; mehrere gebogene Stäbe F. VI, a. l Die weitere Beschreibung bei Polluæ betrifft wieder die unteren Theile des Wagens und lässt deshalb keine nähere Vergleichung zu. Mit der Be- zeichnung der dαααο kann man den gleichen Ausdruck bei Polluæ I, Sect. 253 vergleichen, wo sie als die beiden unteren Seiten von dem Wagenkasten des Lastwagens genannt werden. Die Schlussworte des oben ausgeschriebenen Abschnitis aber, die den Wagentritt, das Obergestell und die Achse betreffen, sind an sich ganz verständlich.

Glauben wir nun auch keineswegs die mitgetheilte Stelle des Pollur nach allen Seiten hin aufgeklärt zu haben, so haben wir doch zweierlei für den Zweck unserer speciellen Unter- suchung gewonnen: 1) erschien auch hier wieder, wie oben bei Vergleichung der Homerischen Stellen, trve mit drvg synonym als Bezeichnung eines oberen Wagentheiles, nicht der Radfelgen oder des Radkranzes; 2) haben wir durch die Zuziehung bildlicher Darstellungen wenigstens eine deutlichere Unterlage gewonnen, um darauf einzelne Theile, wie die von uns besprochenen, sicherer zu erkennen.

Darum können wir uns denn auch bei dem Abschluss des Ganzen um so kürzer fassen und prauchen namentlich bei Erörterung des Homerischen Gebrauchs die vielen, oft widersprechenden Erklärungen der Scholien nicht vollständig aufzuführen. Das Werihvollste auszuwählen wird uns genügen.

In einer der beiden Stellen der Ilias, wo irve vorkommt,(die Odyssee nennt weder irve noch d cos,) nämlich 4, 486, ist ausser der schon mehr erwähnten abweichenden Bedeutung auch noch das zu beachten, dass das Wort durch seine Stellung im Verse eεéraꝝν, öqoœ irrer dupp. 0. eine deutliche Spur des Digamma verräth. Da nun auch der besonnenste Etymolog an der Zu- sammenstellung von tri mit lat.»vimen efc. deutschWeide nicht zweifeln, also auch dem irs das Digamma nicht absprechen wird, so könnte man versucht werden, aus dem Begriff der irea auf die Natur der krve, resp. der dvrvE, schliessen und wieder an die Vorstellung des Eustath. von einer Art Geflechte anknüpfen zu wollen. Aher wie die alken Abbildungen eigentlich ge- flochtene Seiten- oder Vorderwände nicht zeigen, so ist auch an sich jene Schlussfolge übereilt. Das Verwandte beider Begriffe kann ja recht gut der Sinn vonBiegung, Krümmung überhaupt sein vgl. Lobeck Paralipom. 2, p. 337. Auch die Ausdrücke dulexrosœοοσ Lias Ar, 335 und Hesiod. Sc. 306 cvmlexfon eamt d-9O von einem Wagen beim Wettrennen, so wie leurototr deuαν Hes. Sc. 63 und dw umlexdoν d1σς ⁶⁴σοω v. 370, so sehr sie für jene Ansicht zu sprechen scheinen, können mich nicht dafür stimmen und pflichte ich in soweit der Meinung Göttlings zu Hes. Sc. v. 63 vollkommen bei: Noli intelligere currum plectilem, sed structum Wenm er aber mit den zugefügten Worten V. Callim. 1p. 616'εενκνκ ρ Mnda sagen will, dass eben aleust seine eigenthümliche Bedeutung des»in einander Biegens oder Windens⸗ aufgebe und bloss»verfertigen, errichten« heisse, so wird diess durch das bei Callimachus Fol- gende selbst widerlegt, da die Worte 6ε⁴αμαάιο εε εεἀedαιν ⁴σ⁶⁵εο α, wite S½⁴ν ενι νεεἀο⸗, s⸗