Aufsatz 
Beiträge zur Homerischen Worterklärung und Kritik : dem Herrn Director Dr. Ed. Geist ; bei der Feier seiner 25jährigen Wirksamkeit als Gymnasiallehrer überreicht / von H. Rumpf
Entstehung
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Ueber die Lesarten ντσσνεν οσσεν in 0d. ¹, 235 und ντοειν+- roεν in Od. 1, 239 und 338.

Es ist eine Eigenthümlichkeit der Homerischen Gesänge, dass sie gerade wegen der Einfachheit und dürchsichtigen Klarheit der Erzählung im Ganzen manche Schwierigkeiten des Einzelnen leichter der Aufmerksamkeit des Lesers entziehen. Ich meine damit nicht jene Räthsel, mit denen sich die schlechteren Scholien des Alterthums quälen: wie man sich alle einselnen Um- stände eines Ereignisses denken solle, das der Dichter mit wenigen kräftigen Zügen andeutet, oder in welchen einzelnen Stücken etwa ein gebrauchtes Gleichniss über den verglichenen Ge- genstand hinausgehe. Wer sich durch solche Dinge die Freude an seinem Dichter nicht ver- kümmern will, ist in seinem Rechte. Aber wo der einzelne Ausdruck dem natürlichen Zusam- menhang der Erzählung wenig angemessen ist oder geradezu widerspricht, da gilt es denn doch näher zu prüfen und, wo nöthig, selbst gegen althergebrachte Tradition anzukämpfen. Will man das nicht, so muss man sich in solchen Fällen mit Eustathius S. 1921, 51 trösten, der die Ansicht hat:dass der Dichter von Zeit zu Zeit absichtlich Schwierigkeiten einmische, um den Hörer aus seiner Schlaffheit aufzuwecken und weiler lesen.

Ein besonders auffallendes Beispiel der erwähnten Art bietet die von Jung und Alt so oft gelesene Erzählung vom Cyclopen im 9ten Gesang der Odyssee. In den drei oben angeführten Versen nämlich 235, 239 und 338 werfen sich Zweifel auf, ob nicht da, wo herkömmlich Exτοοεε und kxrode,ausserhalb stand, grade im Gegentheilinnerhalb durch den Zusammenhang ver- langt werde. Prüfen wir zuerst, was für äussere und innere Gründe in der 1ten Stelle v. 235 für diese Aenderung sprechen. Es ist dort die Rede von dem Cyclopen, der Abends mit der Heerde zu seiner Höhle zurückkehrt. Er hat eine Last trockenen Holzes, um sie zur Beleuch- tung beim Abendmahle anzuzünden, heimgetragen, und wirft dieselbe nun ab. Von dieser Last heisst es nach der Vulgata Exτοο*ειν νν νε ο0 aνκ Sοεαση˙⁹ον ⁹ννQνκ‿ Damit scheinen die Wiener MSS. und der cod. Harlej. zu stimmen, da weder Alter noch Porson eine Abweichung notiren; ja das scholion vulgatum s. Buttm. bestätigt diese Lesart sogar ausdrücklich: Exroο˙εν σ έέοεροο Bahcv] Ankovr i ern. Dagegen hat Ernesti's cod. Fratisl. und die ed. Romana Evd, Lustathius Eyroode. Sind nun auch diese 3 Autoritäten im Widerspruch mit der ganzen anderweitigen Ueberlieferung eben nicht so sehr gewichtig, so muss es doch auffallen, dass Ernesti, Foss in der wiederholten 1ten Uebs. 1843 und in der Stereotypausg. 1839, endlich Belker(Berlin 1843) eben diess ky-τοοε vorziehen. Und in der That der Grund, den Ernesti für diese Lesart anführtnam moæ v. 251 accendit illa ligna in antro, scheint auf den ersten Blick entscheidend. Denn der Cyclop, nachdem er seine Last mit solchem Getöse niedergeworfen, dass Odysseus und seine Gefährten erschreckt in den innersten Winkel der Höhle flüchteten, treibt die Heerde ein und setzt dann selber den Stein vor die Thüröffnung, der diese verschloss. Wird also 251 erzählt, dass sich Polyphem Feuer angezündet und dann Odysseus und seine Gefährten bemerkt und angeredet habe, so scheint es ausser Zweifel: die Last Holz, die er heim- getragen, Wa oi norrdro e d. i."al ad? SeurvODvr nei we Schol. Harlej. bei Cramer Anecdotl. Paris. II. p. 460, vgl. scholl. Buttm. sei von ihm gleich bei seiner Ankunft

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