Aufsatz 
Beiträge zur Homerischen Worterklärung und Kritik : dem Herrn Director Dr. Ed. Geist ; bei der Feier seiner 25jährigen Wirksamkeit als Gymnasiallehrer überreicht / von H. Rumpf
Entstehung
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des Worts unbedenklich annehmen. Dagegen scheint es so wenig passend, das Homerische Wort als einen nach Grösse, Gestalt der einzelnen Theile u. s. w. eng begrenzten technischen Aus- druck zu nehmen, dass wir sogar nicht abgeneigt sind, uns auch den oο bei Lumaeus(XIV, 112) als ein ähnliches, wenn auch vielleicht etwas LLäercs Gefäss zu denken. Die obige Ent- wicklung des Begriffs aus den alten Grammatikern und dessen Veranschaulichung durch Ver- gleichen antiker Gefässformen möchte aber dennoch nicht unnütz erscheinen, da das oben aus- gesprochene Resultat mit den Bedingnissen, die der Homerische Gebrauch des Worts voraussetzt, recht wohl übereinstimmt. Das wenigstens, dass das aus den Grammatikern mühsam construirte Bild der Sache(s. Tafel I, n. I. undII, a und b.) den Vorstellungen des späteren Alterthums wirklich entspreche, wird durch die Abbildungen der Scene Od. IX, 345 ff.,(s. Tafel I, Fig. 1. u. 2.) die mir erst lange nach Abschluss des obigen Resultats bekahnt Wurden deutlich bestätigt. Nur das Eine muss auch hiernach noch räthselhaft bleiben, dass der Gebrauch des ιπααιεοον als Melk- gefäss, der sich recht gut mit unserer Vorstellung vereinigen liesse, dem älteren Sprachgebrauch ganz fremd blieb. Festhalten an hergebrachten und zweckmässigen Formen ist allerdings eben bei ländlichen Geräthen sehr natürlich. Aber wäre das ½ιιασιον schon in ältester Zeit grade im Sinn des Theophylactus und Eustathius bekannt gewesen und hätte sich diese Benennung, wenn auch nur in einzelnen Gegenden, auf dem Lande erhalten, so wäre es doch immer höchst auf- fallend, dass die Notiz davon erst bei so späten Schriftstellern wieder zum Vorschein käme. Auch ist eine solche Annahme um so gewagter, da es ja doch immer möglich ist, dass die Aehn- lichkeit zwischen einer vielfach in künstlerischen Werken angewendeten Form des zασαοσν und jenem ländlichen Geräthe den Theophylactus und seine Nachahmer zu solcher Anwendung des Worts verleitet.

Zu 3). Zur Verdeutlichung des Verhältnisses zwischen den einzelnen oben erwähnten Gefässen füge ich auf Tafel I. noch einen Umriss der gebräuchlichsten Form derselben bei. Die Beziehung der Nummern ist folgende: I. ²1α 0; II, a. und b. 21αα ον oder να*σασπ III. dasselbe in einer an- geblich Homerischen Scene II. XI, 623 Panofka Bilder a. L. Taf. VII, 3; IV. ein Trinkgefäss aus Panofka Griechen und Griechinnen Taf. II, 7; V. νραηςσ a) Panofka 8. a. L. XII, 2. b) eben- da 7. c) XIII, 9 d) Normalform des zꝓHoc bei Gerhard Berlins antike Bildwerke Taf. I, 28; VI. ioy oder αηνιέν in z⁵*⁵οωςοorm. 1) nach Aehnlichkeit der z αiα bei Gerh. I, 24. 2) 358 oxd*ρινν a) Anliquitatt. Rom. Thes. V. Causeus de insign. pontif. tab. II, 2. oder 5) Arnob. ed. Orelli Bd. II. S. 248; VII, a. zb18 nach Gerhard I, 30; VII, b. c. d. z ⁴G bei Becker Charikles Taf. III, Fig. 2; vul. ia(nach eigner Vermuthung) als e3o⸗ 6AXO a) Panofka Gr. u. Gr. Taf. II, 12; und künstlicher b) Becker Charikles Bd. I, Taf. III, Fig. 2; IX..ά Dmoflka B. a. 1. Taf. XIV, 2; X. situla bei Munder variae lectiones ubrorum Afnues Ciceronis p. CLXIV. nach einer Mänze bei Spanheim de usu et praest. num. p. 580 ed. MDCI.XXI. Tafel I, Fig. 1. enthält die Copie einer Darstellung der Scene Odyss. IX, 345 fl.(s. Naoul Rochette Mo- numents inéedits S. 350. 351), die ich der Güte eines befreundeten Collegen, des Herrn Gym- nasiallehrer Dr. Kayſser in Darmstadt, verdanke; sie ist wegen des beschränkten Raums nur so weit gegeben, als für den vorliegenden Zweck nöthig war. Tafel I, Fig. 2. zeigt den Odys- seus, wie er dem Polyphem das z1οοey darbietet, nach Millin's mythalogischer Gallerie, deut- sche Uebersetzung mit den Original-Kupferblättern der französischen Ausgabe, Berlin 5* Stet- tin 1820. Bd. II, Tafel CLXXII, n. 632*¼, nach der Bd. I. S. 164 SGmachiem Angabe aus Tisch- bein, Homer, 00918s. XI entlehnt.