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Zu 1). lIm 9. Buch der Odyssee v. 345 ff. wird erwähnt, dass Odysseus dem Cyclopen den kostbaren Wein in einem lιαασ́tv dargeboten. Gewöhnlich übersetzt man diess Wort mit „Becher“ und stellt sich, weil derselbe hier für den Cyclopen dient, und 14,78 und 16, 52, weil er dort als Mischgefäss gebraucht wird,(ναα666„ ¹e Jäp d„parip Eustafh. p. 1751, 48) meist einen grossen Becher vor. So Voss in der letzten Stelle(1. Uebersetzung.) Selbst in den Wor- ten 16, 13. 14. ärTsa, rols àovio ipyac athona otpoy, so gern man dabei auch ân ein Mischen in besonderen Gefässen, als Vorbereitung zur Vertheilung des Weins, denken mag, liegt doch nichts, was von obiger Vorstellung abzugehen nöthigte. Sehr auffallend dagegen ist, dass 16, 52. Eumäus für sich, den Telemach und den Bettler Odysseus in einem ³uοον mischt, wenn diess zugleich als gemeinschaftlicher Becher gelten soll,— während er bei Bewirthung des Bettlers allein, nachdem er in dem uᷣꝶσν gemischt hatte(14, 78) und Odysseus schon getrunken hatte v. 109, seinem Gast v. 112 ausdrücklich dGνε νρο, Ggnep Entpey, also sein eig- nes, von dem des Gastes deutlich unterschiedenes Trinkgefäss. Darnach möchte man eher glauben, dass das lασοον, wie es 14, 78 und 16, 52 als ein ländliches Mischgefäss erscheint, auch wirklich ein solches gewesen sei und nur dem Cyclopen ausnahmsweise als Trinkbecher gedient habe. Und so übersetzt denn Voss(Stereotypausgabe 1839) in allen 3 Stellen„Jhöt zerne Kanne.“
Zu 2). Henricus Slephanus(neue Ausg.) in v. geht bei seiner Uebersicht des Sprachgebrauchs von der Uebersetzung poculum e ligno hederaceo aus, bezeugt dann, dass es später auch de aliis poculis s. scyphis gesagt werde und führt namentlich noch Theocrit Id. I, 27 als Zeug- niss für die Bedeuturng eines poculum pastoritium an. Damit wäre also die hergebrachte allge- meine Uebersetzung„Becher“ nur bestätigt, ja es scheint gewagt, dieselbe nach Grösse eic. näher bestimmen zu wollen, wenn wir neben dem Becher des Cyclopen(bei Eurip. Cyclops, v. 390 in übertriebener Schilderung αονο ts 1αονο eic s5O« rt5v ie, B400« d reod⁴υ) den, wenn auch ungewöhnlichen Ausdruck des Callimachus ixlirρν& Hdεo zuνοσοο Athen. p. 477, c er- wähnt finden. Auch die Worte bei Lucian Pseudologista c. 27 p. 183 oder p. 79 ed. Lehmann ExelO ε⁵ν J-, 10dto EXGv Sv f Teipi, die direct auf den Homerischen Cyclopen anspielen, lassen keine besondere Art von Weinbecher vermuthen und, wenn wir die Umschreibungen des „1006top bei Thimotheus u Köxkont„dEag icc(Athen. 465, c) bei Eurip. d Avdοννεονα bei Dindorſ poet. scen. Fragm. n. XXX.„O Hèy Täxlaxroc viaov S6 da Oc öeuv dwadp,, 5& àeeλμ⁴ανν ⁴d ο, dann die Gleichstellung von ι. und äx³etον bei Callimachus(Athen. p. 477, c) betrachten und dann wieder statt obοο ασαᷣ bei Priscus Hist. Erc. p. 204, 3 weiter unten vbkxac als gleichbedeutend gebraucht sehen, so scheint es gewiss, dass X⁴0⁴ο⁴ εεον so gut, wie die in den angeführten Stellen synonym gebrauchten Ausdrücke,„Becher“ in generellem Sinne bezeichne. Deutlichere Merkmale bieten dagegen die Erklärungen der Grammatiker, die Athen. in einem eignen Artikel S. 476, f. ff. zusammenstellt.
Freilich muss gleich die erste Erklärung KIEYBION ò HG6vOy oriptov, On das wesent- liche Merkmal verfehlt haben, da bei Theocrit a. a. O. das adb iοαεον, eN-Oy A0: Xaρρ⁶⁶ ausdrücklich auch ànꝓec genannt wird und von den dem v¹O⁴οα ⁵ον am Ende des Artikels gleichgestellten iαα pag. 481, d deutlich gesagt wird εν xorpicy— udeva eh dv, und d ra und gleich nachher nochmals oο κοοστέα mor’ptov. Ist aber die erste Glosse bei Athenaeus zu bestimmt, so sind viele der nachfolgenden Erläuterungen zu allgemein, wie„dass es ein Trinkgefäss aus Epheuholz sei oder dass es wie der exvgPoc nur auf dem Lande und bei Hirten, nicht bei nüchternen Leuten und Stadtbewohnern gebraucht werde u. s. w. u. s. w. Selbst die
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