Ueber die Bedeutung von ½σ 10*.
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Bei Begriſtsbestimmung Homerischer Wörter findet man überhaupt einen schlüpfrigen Boden, aber bei dem vorgesetzten Worte scheint es fast unmöglich, sicher zum Ziel zu gelangen. Denn die Auslegungen alter und neuer Interpreten bieten hier die auffallendsten Widersprüche. Er- klärt verin(ANournal des Savans 1833 p. 615) alle dergleichen Untersuchungen für unnütz: „Tous çes mots(depas, depastron, æissgbion eteg de la langue d' Homoère restérent exelusivement poeëtiques, et il est impossible auæ modernes de dire ce qu Homeèere a précisement entendu par ces mots, allendu due luméme les employait d'une maniere géenerale: e'etaient pour lui des bencara des vases à boire, et rien de plus), so geht Panofka Rech. VI, 12, V, 76* 77, nach Vsing de nominibus vasorum Graecorum, Harniae 18 44. pag. 127), soweit, nicht nur die Erklärung Philemom's bei Athen. 476 f. H6νταν οκνρν für die allein richtige auszugeben, son- dern auch den Beweis dafür von einem antiken Vasenbilde zu entnehmen, wo Ulysses dem Polxphem gerade ein, solches Kissybion darreicht. Eine Vereinigung so verschiedener Erklärungs- weisen scheint unmöglich. Sollen wir daher zwischen beiden Richtungen wählen, so verdient allerdings das yon Letronne befolgte Princip entschieden den Vorzug vor der allzuraschen Com- bination Panofkass. Jener warnt vor der Vermengung dichterischer Kusdrücke, die gar nicht, in den Gebrauch des geNohnlichen Lebens ſbergegangen, mit bestimmten techntschen Namen, mit. denen man natürlich auch einen präcisen Begriff verband; dieser möchte für Jeden, Wenn auch dichterischen Namen, eines Geſässes nicht bloss eine Vorstellung aus Beweisstellen von Schrift- stellern oder Grammatikern gewinnen, ohern sogar ein normales Musterbild auf den erhaltenen amtiken Vasen wiederfinden.
Wie nun? Sollen wir also mit Letronne a. a. O. bei der lallgemeinen Bezeichnung„eines länd- lichen, wahrscheinlich hölzernen Gefässes, dessen Gestalt Homer so wenig als die übrigen Dich- ter gekümmert,“ uns beruhigen? Ich glaube kaum. Gebraucht der Dichter die umfassendere
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1) bie eignen Worte Panofka's in den„Recherehes sur les veritables nonas des vuses grees et“ zur leurs Aifeens usages. Paris 1829. 4.“ konnte ich leider nicht nachlesen. Das obige Urthiril äbet seine An- sicht stätzt sich also bloss auf die Angaben seines Gegners Letronne und auf die von Uésing a. da. O.
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