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wie in dem gegenwärtigen Falle, mit einem so unendlich überlegenen Feinde zu thun habe. Der Sieg lasse sich allerdings nicht durch List und Klugheit erzwingen, sei vielmehr ein Geschenk des Himmels, allein dieses Geschenkes mache man sich unwürdig, wenn man sich zu tollkühner Unbesonnenheit fortreissen lasse. Darum sei er entschlossen, die Feinde in seinem Lager ruhig zu erwarten und erst dann, wenn er die Beschaffenheit derselben genau erkundet, einen bestimmten Kriegsplan zu entwerfen.*)
Inzwischen war Alexius, der seinen Marsch so viel als möglich beschleunigt hatte, mit seinen Heeres- massen in Albanien angelangi und hatte am Flusse Charzanes, zwischen Durazzo und Valona, ein festes Lager bezogen, von wo aus er bereits einen Gesandten an den Herzog abfertigte. Bald nachher setzte er sich jedoch von neuem in Bewegung und lagerte sich am 15. October beim Tempel des heiligen Nicolaus, vier Stadien von Durazzo.**) Die Unterhandlungen, welche zwischen Alexius und Robert gepflogen wurden, mussten natürlich erfolglos sein, da jeder an den andern Forderungen stellte, die keiner erfüllen wollte oder konnte. Der Inhalt dieser Unterhandlungen ist unbekannt; doch verdient es keinen Glauben, dass Ro- bert dem Kaiser das Anerbieten gemacht habe, seine italiänischen Staaten von ihm zu Lehen zu nehmen und ihn in allen seinen Kriegen zu unterstützen.***y) Zu einer friedlichen Ausgleichung war keine Hoff- nung; das Schwert musste entscheiden.
Alexius hatte, sobald er in der Nähe von Durazzo angekommen war, seinen Schwager Paläologus, den tapfern Befehlshaber der Stadt, zu sich entboten, um mit diesem so erfahrnen Krieger sich über seine ferneren Unternehmungen zu berathen. Paläologus, der sofort ein Kriegsschiff bestieg und sich nach dem Lager des Kaisers begab, erklärte sich auf's entschiedenste gegen eine Schlacht, da der Erfolg derselben zweifel- haft, der Untergang des Feindes aber unvermeidlich sei, wenn man denselben immer enger einschliesse, ihm die Zufuhr abschneide und ihn durch Hunger und kleine Gefechte allmählich entkräfte und aufreibe. Der Ansicht des Paläologus gaben mehrere der älteren und erfahreneren Anführer Beifall, aber die jüngeren und unter denselben besonders Constantinus Porphyrogenitus, der Sohn des vormaligen Kaisers Constantinus Dukas, die Brüder Leo und Nicephorus, deren Vater Romanus Diogenes auch einst auf dem Kaiserthrone zu Constantinopel gesessen hatte, auch Nampites, der kampflustige Anführer der Waräger, verlangten mit Entschiedenheit eine Schlacht.***) Ihrer ungestümen Forderung gab der Kaiser endlich nach und unver- züglich wurde nun Alles zu einem grossen, entscheidenden Kampfe vorbereitet.
*) Guill. Ap. IV, 343 sq.(p 236) und 351: Esse refert melius dux, non abscedere castris, Copia dum propius conspecta sit imperialis, Et fcustra quaeri vincendi praedicat artem, Gum nisi de coelo nulli victoria detur. Is licet egregios equites sibi sciret adesse, Nil ineundo tamen temerarius esse volebat. Congressura quidem gens innumerahilis esse Dicebatur ei, nec adhuc natura virorum Nota sibi fuerat; catus unde sagaciter omnes Ordinat ante suos, et quaeque paranda coaptat. Non a Dirachio procul expectare volebat Hostiles cuneos. **) Anna IVY, 5(p. 203). *) Anna IV, 5(p. 205: iiο—νQꝑοσνεννο d&-α, di reugeuει εν naεν aurou Srrornifον νι οi r⸗ toy- „1ο⁵αν ε dπ toν Sαœσ⁸ιεέοςσ pvνοσααασνσ, α on dir dreixæ Toela forſr. .*)) Anna IV, 5(p. 20⁴). 3* 8


