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sie jedoch die Erwartungen, welche er von ihrer Tapferkeit hegte, keineswegs rechtfertigten. Endlich er- hielt der Kaiser auch noch durch einen Vertrag mit dem Sultan einige tausend Türken aus Achrida (Lychnidus), über welche der geborene Sarazene Taticius, ein sehr tapferer und muthiger Mann, den Ober- befehl führte. ³
Auf dem Marsche von Constantinopel nach Durazzo erfuhr der Kaiser von einem Reisenden, der letz- tere Stadt erst vor kurzem verlassen hatte, dass dieselbe durch Belagerungswerke aller Art aufs engste einge- schlossen sei und Tag und Nacht bestürmt werde, dass Paläologus, der bei einem verzweifelten Ausfalle mebrere Wunden, namentlich an der Schläfe, empfangen, sich in der grössten Bedrängniss befinde und die Stadt, wenn nicht bald die von ihm sehnlichst erwartete Hilfe herannahe, dem Feinde zu übergeben genöthigt sein werde. Als der Kaiser in Salonichi(Thessalonice) ankam, wurde ihm ein neuer Versuch Robert's gemeldet, die Stadt in seine Gewalt zu bekommen. Derselbe hatte einen ungeheuern Belagerungsthurm, der 500 Mann fassen konnte, erbauen lassen; Paläologus aber, der mit unermüdlichem Eifer Alles aufbot, die Anstalten des Feindes zu vereiteln, liess einen Thurm von gleicher Höhe gegen die Stadtmauer führen und aus dem- selben einen schweren Balken mit solcher Gewalt gegen die Zugbrücke des feindlichen Thurmes stossen, dass dieselbe unbrauchbar wurde und nicht auf die Mauer herabgelassen werden konnte. Hierauf schleu- derten die Belagerten Naphtha, Pech und dürres Holz, jene unter dem Namen des griechischen Feuers so gefürchtete Mischung, gegen den Belagerungsthurm, der bald in Flammen gerieth und von seiner Besatzung verlassen wurde; worauf die Belagerten hinauseilten und nun vollends zerstörten, was die Flammen noch verschont hatten. Der Bote, welcher mit dieser Meldung zu Salonichi bei dem Kaiser anlangte, fügte der- selben noch hinzu, dass Robert schon wieder einen andern Thurm von ähnlicher Beschaffenheit erhauen und noch anderes Belagerungsgeräthe herrichten lasse, um in den nächsten Tagen einen Hauptsturm zu unternehmen.**) Um so mehr beschleunigte Alexius seinen Marsch, um, wenn irgend möglich, den Ver- lust der wichtigen Stadt zu verhüten.
Der Vortrab des griechischen Heeres, der aus 2000 türkischen Reitern unter der Anführung des Ba- silius, eines erfahrnen Kriegsmannes, bestand, stiess in der Gegend von Butrinto auf eine Streifschaar nor- mannischer Reiter, welche eine ansehnliche Beute mit sich führten. Mit verhängtem Zügel sprengten die Türken auf die Normannen los und überschütteten dieselben mit einem Hagel von Pſeilen; die Normannen aber hielten, obgleich viele von ihnen verwundet waren, tapfer Stand, trieben nach einem hitzigen Gefechte die Türken in die Flucht und führten den Anführer derselben, der in ihre Hände gefallen war, vor den Herzog, der von dem Gefangenen über die Ankunft des Alexius und über die Stärke des griechischen Heeres unterrichtet wurde.***)
Robert berief nun sogleich einen Kriegsrath und eröffnete demselben, was er von Basilius so eben er- fahren hatte. Die normannischen Ritter, die keine Furcht vor einer Gefahr kannten und immer nach rascher Entscheidung durch das Schwert verlangten, waren der Meinung, man solle ohne allen Verzug dem Feinde kühn entgegengehen und ihn angreifen, wo man ihn finde; allein der lerzog erklärte, dass er bei allem Vertrauen, welches er zu der Tapferkeit seiner Ritter habe, dennoch die Meinung derselben nicht theilen. könne. Im Kriege müsse man vorsichtig sein und därfe nichts übereilen, um so weniger wenn man es,
*) Anna 1. c. **) Anna IV, 4(p 201). **½) Guill. Ap. IV, 324(p. 285 u. 286).


