Aufsatz 
Die Feldzüge Robert Guiscard's gegen das byzantinische Reich : nach den Quellen dargestellt / Karl Schwartz
Entstehung
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mannen bald nachher dadurch vergalten, dass sie ein ebenso schönes Schiff der Venetianer in den Grund bohrten. Die Wurſgeschosse der Letzteren, insbesondere jene oben beschriebenen gewaltigen Klötze, zeig- ten sich ebenfalls von verheerender Wirkung Von der Eisenspitze eines einzigen dieser Klötze durchbohrt, sank Bohemund's Schiff; er selbst rettete sich mit vieler Mühe durch Schwimmen auf ein anderes Fahrzeug, aber die ganze Bemannung seines Schiffes kam theils in den Wellen um, theils erlag sie dem Schwerte der Venetianer. Der Unfall, welcher den tapferen Führer der normannischen Flotte traf, war für den Aus- gang der Schlacht entscheidend; die entmuthigten Normannen gaben jeden ferneren Widerstand auf und waren nur noch bemüht, mit den geretteten Schiffen ihren Hafen zu erreichen. Auch auf dem Lande setzten die siegesfrohen Venetianer in Verbindung mit der tapfern Besatzung von Durazzo den Kampf noch fort und trieben das Landheer des Herzogs in seine Verschanzungen zurück.

Einige Tage widmeten die Venetianer der Erholung von den Anstrengungen des hartnäckigen Kam- pfes nnd meldeten dann dem Kaiser Alexius den errungenen Sieg, der, hocherfreut über die willkommene Botschaft, nicht nur die Gesandten auf's freigebigste belohnte, sondern denselben auch für den Dogen und den Senat von Venedig reiche Geschenke mitgab.*)

Dieser Seesieg, der im Juli 1081 erfochten wurde, hatte für Robert neben der entmuthigenden Wir- kung, die er auf seine Truppen hervorbrachte, auch noch die nachtheilige Folge, dass die Bewohner Al- baniens, besonders der Küstenstädte und Inseln, als sie sahen, dass der so gefürchtete Feind durch jene Niederlage die Herrschaft über das Meer verloren hatte, sowohl mit der Zahlung des ihnen auferlegten Tributes als mit der Lieferung der Lebensmittel für das Lager des Herzogs zurückzuhalten begannen. Dieser erkannte wohl das Bedenkliche seiner Lage und die seinem Heere drohende Gefahr, aber sein Muth war durch das erlittene Missgeschick nicht gebeugt, und nachdem er seine Krieger zu erhöhter Anstrengung ermuntert hatte, schickte er sich zu nachdrücklichen Stürmen auf Durazzo's Mauern an, um die Stadt, bevor ihr Alexius Entsatz bringen könne, in seine Gewalt zu bekommen.

Der Kaiser Alexius hatte in fünf Monaten ein Heer von 70000 Mann zusammengebracht**) und brach

*) Die obige Darstellung ist das Ergebniss einer genauen Prüfung der Nachrichten des Guillermus Apuliensis IV, 291 312(p. 285), des Gaufredus Malaterra III, 26(p. 584) und der Anna Comnena IV, 2(p. 192) bis IV, 3 (p. 195). Gottfried ist zwar ein unparteiischer und im Ganzen zuverlässiger Geschichtschreiber, schildert aber hier offenbar das Ergebniss der Schlacht viel zu günstig für seine Landsleute, die Normannen, wenn er sagt: nostrisque exhorrescentibus dolum ipsorum, ipsis autem strenuitatem nostrorum, certamen utrimque diremtum quievit. Dass die Venetianer zuletzt entschieden siegten, erkennt man aus den Folgen der Schlacht und aus den Angaben des ganz unbefangenen und wahrheitsliebenden Wilhelm von Apulien, IV, 313: Facta libens turbae victricis Alexius audit. Roberto soliti, quos insula quaeque fovebat, Ferre tribnta, mari naves minus esse valentes Dum ducis accipiunt, aequa feritate rebelles Proponunt fieri. Den Ausgang der Schlacht ersieht man auch aus Lup Prot. a. 1081(p. 60): posueruntque in mense Julii ante Durachium obsidionem per mare et per terram; quam stolus Veneticorum dissipavit apertumque est mare Durachii. **) Lup. Protosp. a. 1082(p.): Fuerunt autem in eius exercitu 70 milia hominum. Er sctzt die Schlacht in das Jahr 1082, weil er bekanntlich das Jahr mit dem September anfängt. Petr. Diac III, 49(p. 738): Contra quem(Robertum) Alexius imperator cum 170 millibus(ein offenbares Versehen statt 70 millibus) pugnaturus ad- veniens, bellum init; a quo quidem imperator devictus est. Malat. IV, 27(p. 584) spricht ohne bestimmtere An- gabe blos von copiis innumerabilibus und sagt dann weiter unten: Imperator vero sibi(Roberto) occurrens t

.. 4.. anta multitudine undique conspicatur, ut nullius montis ascensus ad supervidendum extremitatem eins sufficere vide-