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rosphactes überbrachte,*) überschickte er dem Könige 144000 Goldstücke nebst 100 seidenen Gewändern und versprach ihm für den Fall, dass er die erbetene Hilfe wirklich geleistet haben würde, weitere 216000 Goldstücke und reichbesoldete Würden am griechischen Hofe für die königlichen Hofbeamten.**) Als Geschenke übersandte er dem Könige ferner: ein goldenes, mit Perlen besetztes Kreuz, welches umgehängt und auf der Brust getragen wurde, ein goldenes Kästchen mit den Reliquien mehrerer Heiligen, deren Namen auf beigefügten Zetteln, die für ihre Echtheit bürgten, zu lesen waren, eine aus einem Sardonyx verfertigte kostbare Schale, einen Becher von Krystall, eine sternförmige, mit goldener Spange zusammen- gefügte Axt und etwas Balsam, wahrscheinlich aus Mekka.***ε)
Alle diese Bemühungen des Kaisers Alexius hatten aber nur einen sehr unsicheren Erfolg und konn- ten ihm jedenfalls eine so schnelle Hilfe nicht verschaffen, wie er derselben unter den obwaltenden Umstän- den bedurfte. Nur die Venetianer,****) welchen der Kaiser ebenfalls grosse Versprechungen mit dem Zusatze machte, dass er ihnen dieselben auch schriftlich bestätigen und unter allen Umständen, möchten sie nun im Kampfe die Oberhand gewinnen oder besiegt werden, getreulich halten wolle, erfüllten die dringenden Bitten des Kaisers, so schnell als möglich eine Flotte zum Entsatze der schwerbedrohten Stadt Durazzo abzusenden, ohne alle Verzögerung, da sie die Interessen der Republik ernstlich gefährdet glaubten, wenn es dem Nor- mannenherzoge gelänge, seine Herrschaft auch über die Ostküste des adriatischen Meeres auszudehnen oder gar den byzantinischen Thron über den Haufen zu werfen
So erschien denn, noch drei Tage vor dem mit Alexius verabredeten Termine, eine ansehnliche, vor- trefflich ausgerüstete venetianische Flotte, nach einer glücklichen Fahrt in den Gewässern von Durazzo und legte sich bei Pallia, wo eine uralte Kirche zur unbefleckten Mutter Gottes stand, in einer Entfernung von ungefähr achtzehn Stadien von dem Lager des Herzogs vor Anker.*⁴εει*α)
Vor allem galt es jetzt, die Venetianer von jeder Verbindung mit Durazzo abzuhalten und sie zu verhindern, in den Hafen der Stadt einzulaufen. An der Spitze der normannischen Flotte segelte ihnen zohemund kühn entgegen und bot ihnen den Kampf an. Den ganzen Tag wurde mit abwechselndem Glücke
*) Anna III, 10(p. 174).
**) In Bezug auf die Stelle bei Anna a. a. O. xν ij ya 10 000ενεααρ εεοσι dE νμααειν bin ich der Erklä- rung Stenzel's(Gesch. d. fränk. Kaiser Bd. I, S. 477 Anm. 47) gefolgt, welche viel Wahrscheinlichkeit für sich hat. Derselbe bemerkt ebenfalls mit Recht, dass ein Graf Burchard und nicht der gleichnamige Bischof von Münster der von Anna erwähnte(III, 10 p. 175 u. 176 6 GQ Q ο τ Bνν⁴6ον) Gesandte Heinrich's an ihren Vater gewesen sei. Der Bischof Burchard von Münster leitete eine spätere Gesandtschaft Heinrich's V nach Constantinopel und starb daselbst 1121(Chron. Ursperg. a. 1121).
**) Anna III, 10(p. 177).
„***) Guill. Ap. IV, 277(p. 285) sagt von Venedig und den Venetianern:
Non ignara quidem belli navalis et audax Gens erat haec; illam populosa Venetia misit, Imperii prece, dives opum divesque virorum, Qua sinus Adriacis interlitus ultimus undis Subiacet Arcturo. Sunt huius moenia gentis Circumsepta mari; non ab aedibus alter ad aedes Alterius transire potest, nisi lintre vehatur. Semper aquis habitant; gens nulla valentior ista Aequoreis bellis ratiumque per aequora ductu. ***) Anna IVY, 2(p. 192)..


