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eingezogen war, hatte ihn Monomachates gleichwol nicht offen anerkannt, sondern mit den dalmatischen Fürsten Bodinus und Michael Unterhandlungen angeknüpft, um bei diesen im Falle der Noth eine Zuflucht zu finden, ja sogar mit dem Normannenherzoge sich in Verbindung gesetzt und sich gegen denselben nicht abgeneigt gezeigt, ihm Durazzo in die Hände zu spielen. Dies hatte Alexius erfahren, und um den un- zuverlässigen Mann von einem so wichtigen Posten zu entfernen, ertheilte er seinem Schwager, dem tapfern und gewandten Georg Palaeologus, den schwierigen Auftrag, schleunigst nach Durazzo sich zu begeben und den Versuch zu machen, ob er, da augenblicklich jedes nachdrückliche Mittel unanwendbar sei, auf dem Wege der Güte den Monomachates bewegen könne, ihm den Oberbefehl über die Stadt abzutreten. Diese Sendung hatte den glücklichsten Erfolg, da Monomachates auf die blosse Nachricht, dass Paläologus auf dem Wege nach Durazzo sei, von seinem Gewissen geängstigt, zu den erwähnten Beherrschern Dalmatiens entfloh, später aber, nachdem ihm ein kaiserliches Schreiben volle Sicherheit verheissen, sich nach Constantinopel begab und seine Unterwerfung unter Alexius erklärte, der ihm sein früheres Benehmen nicht weiter gedachte.*)
Vor Allem bemühte sich der Kaiser, mit den Türken, welche bis an dem Bosporus streiften, Frieden zu schliessen. Durch reiche Geschenke bewog er den Sultan Soleyman, der in Nicäa residirte, zu dem Versprechen, seine Streifzüge einzustellen, und zu einem Vertrage, durch welchen der Fluss Drakon als Gränze des griechischen und türkischen Gebietes bestimmt wurde.**) An die Befchlshaber aller Seestädte erliess der Kaiser der dringendsten Schreiben, in welchen er sie zum muthigen Widerstande gegen den fremden Eroberer aufmunterte und ihnen schleunige Unterstützung verhiess. Zugleich richtete er an alle Statthalter im Oriente die Aufforderung, sich seiner Regierung vertrauensvoll anzuschliessen, alle haltbaren Festungen in gehörigen Vertheidigungsstand zu setzen und mit hinreichenden Besatzungen zu verschen, mit allen entbehrlichen Streitkräften aber sich so schnell als möglich in Constantinopel einzufinden. Sein vorzüglichstes Bestreben war jedoch darauf gerichtet, dem Herzoge in dessen Rücken möglichst viele Feinde zu erwecken und ihn dadurch zur Rückkehr in seine Staaten zu nöthigen. Zu diesem Zwecke wirkte er durch Briefe und Gesandtschaften. Durch grosse Versprechungen bemühte er sich, unzufriedene italiänische Grosse, namentlich Robert's Neffen, den Grafen Hermann von Cannä, dessen feindselige Gesinnungen gegen seinen Oheim ihm bekannt waren, zum Kriege gegen den Herzog zu reizen,*us) wandte sich auch an den Erzbischof Hervaeus von Capua,****) sogar an den Papst Gregor, von dessen enger Verbindung mit Ro- bert er nicht hinreichend unterrichtet sein mochte. Seine grösste Hoffnung setzte er aber auf den deut- schen König Heinrich, den er durch wiederholte Briefe und Gesandtschaften zu einem Einfalle in Roberbs
Staaten zu bewegen suchte. Zugleich mit einem ungemein freundlichen Briefe, den sein Gesandter Choe-
*) Anna III, 12(p. 181). Alexius und Palaeologus waren mit Irene und Anna Ducaena, Töchtern des An- dronicus Ducas verheirathet. Von der gegen die Türken bewiesenen ausgezeichneten Tapferkeit des Palaeologus spricht Niceph. Bryenn. IV, 36(p. 77 Ven.).
**) Dass der Sultan den Kaiser um Frieden gebeten, wie Anna III, 11(p. 180) angibt, wird man micht glauben, wenn man gleich nachher bei derselben Schriftstellerin liest, in welcher Noth sich Alexius befundesn und dass er den Türken Geschenke gegeben habe.
**⁴) Hermann und Abagelard, Söhne Humfred's, wurden später von Robert ihrer Güter beraubt und flohen zu Alexius nach Constantinopel. Hermann wird von Guill. Ap. IV, 530(p. 289) und von Petr. Diac. IV, 11(p. 766 Pertz) erwähnt und an letzterer Stelle Hermannus de Cannis genannt.
**) Bei Petr. Diac. IV, 42(p. 734) und bei Gregor. VII lib. 9 ep. 25 wird er erwähnt und heisst an ersterer
Stelle Erveus.


