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der erst in den lelzten Jahren unterworfenen Städte, sich nicht verlassen konnte, ein Misstrauen, welches in der Folge nur zu sehr gerechifertigt wurde. Auch mochte er sich der Hoffnung hingeben, dass es viel- leicht später die Umstände gestatten würden, die Verluste seines Heeres durch neue Truppensendungen aus Italien zu ergünzen.
Noch vor der allgemeinen Einschiffung sandte der Herzog seinen Sohn Bohemund mit fünfzehn Galeren voraus, um die epirotische Küste zu untersuchen und die Landung des Hauptheeres vorzuberei- ten, dann aber die Insel Korfu(Kerkyra), auf deren Besitz es zunächst abgesehen war, zu erobern oder zu bedrohen.*) Bei dem tiefen Verfalle der griechischen Scemacht konnte Bohemund seine Landung ohne Schwierigkeit bewirken. Die Verwüstungen durch Feuer und Schwert, welche er aurichtete, setzten die Küstenstädte in Schrecken nnd so eroberte oder besetzte er ohne bedeutenden Widerstand die Städte Ori- cus, Valona und Canina, nahm dann seinen Lauf südlich, und da er zu einem Angriffe auf Korfu, welches er zum Widerstande gerüstet fand, sich zu schwach glaubte, so beschloss er in der dieser Insel gegen- überliegenden Stadt Butrinto(Buthrotum) die Ankunft seines Vaters zu erwarten.**)
Robert selbst schiffte sich mit dem Hauptheere in der zweiten Hälfte des Mai 1081,***) in Otranto ein und landete nach einer vom günstigsten Winde begleiteten Fahrt in Valona, während ein Theil seiner Flotte in den Hafen von Oricum einlief.****) Ohne Zögerung wandte er sich nun gegen die Insel Korfu, eroberte auf derselben zunächst die Veste Casopolis(Cassiope) und hierauf auch das auf der Spitze eines stei- len Felsen gelegene Korypho, die stärkste Festung der Insel, welche von derselben ihren gegenwärtigen Namen erhalten hat, und brachte dann mit leichter Mühe die ganze Insel in seine Gewalt.***we) Iierauf
*) Anna I, 14(p. 68); Malat. III, 24(p. 582 u. 583); Guill. Ap. IV, 200(p. 283): Decies et quinque liburnis Adria sulcatur. Lup. Protosp. a. 1081(p. 60 Pertz).
*) Anna I, 14(p. 68). Dass Bohemund Valona(Aulon) eingenommen, sagt sie III, 12(p. 182); Mal. III, 24 spricht von einer Belagerung dieser Stadt durch Robert.
*—¼) Ueber die Zeit, wann Robert abgefahren, hat Anna sich widersprechende Angaben, wie es so oft bei dieser Schriftstellerin vorkommt. I, 16(p. 75) sagt sie, er sei zu Anfang des Winters übergesetzt; III, 6(p. 156): im August sei Alexius durch Robert's Ueberfahrt genöthigt worden, seine Hauptstadt zu verlassen; III, 12(p. 183): als Robert bei dem Vorgebirge Glossa von cinem Sturme befallen worden, sei es Sommer ge- wesen; IV, 1(p. 187): am 17. Juni habe Robert sein Lager vor Durazzo aufgeschlagen; IV, 2(p. 191): Alexius sei durch einen Brief des Palaeologus benachrichtigt worden, dass Robert im Juni übergesetzt sei. Den Anfang der Belagerung von Durazzo setzt sie dann IV, 1(p. 187) auf den 16 Juni 1081. Im Mai befand sich Robert noch in Salerno(Murat. Antiquitt. Ital. V, 785) und in demselben Monate unternahm er noch die Ueber- fahrt nach Griechenland, da er nach dem Anonym. Bar. a. 1081(p. 153 Mur.) decimo die stante Magi d. i. am 22 Mai Korfu bereits besetzt haben soll.
****½) Mal. III, 24(p. 583). *4**⁸) Mal. I. c.; Guill. Ap. IV, 201 sq.(p. 283): Corifi tremit insula tanti Principis accessus electo milite fulti. Illa Botruntinam gens, quae praecesserat, urbem Ceperat; hinc Corifi genialibus urbs operumque Praedita praesidiis, in deditione recepit; Obsidibusque datis, vehit insula tota tributum, Bundiciam nautae vi captam depopulantur. Bundicia wird bei Pertz im Index als eine unbekannte Stadt angegeben. Dieselbe wird bei Guill. Ap. V, 209 nocl einmal erwähnt und kommt überdies bei Anna VI, 6(p. 287) vor. Auf der Karte Nr. 5 bei Spruner, welche zur Erläuterung der Feldzüge Robert'’s dienen soll, fehlt Bundicia sowie mehrere andere in den Quellenschriften


