Aufsatz 
Die Feldzüge Robert Guiscard's gegen das byzantinische Reich : nach den Quellen dargestellt / Karl Schwartz
Entstehung
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schrockenheit und Gegenwart des Geistes.*) Dagegen sollte Robert's ältester Sohn aus dieser zweiten Ehe, Ro- ger, von seinem gleichnamigen Oheime, dem Grossgrafen von sicilien, gewöhnlich durch den Beinamen Bursa unterschieden, der ungeachtet seiner Jugend schon manche Beweise von Klugheit und Tapferkeit gegeben hatte, in Italien zurückbleiben*w) und in Abwesenheit seines Vaters die Staaten desselben verwalten. Der Herzog erklärte ihn in Gegenwart des Volkes von Calabrien und Apulien feierlich zu seinem Erben und Nachfolger für den Fall, dass er von seinem Feldzuge nicht zurückkehren würde, und hinterliess ihm zu Rathgebern und Ministern zwei Männer von anerkannter Einsicht und Rechtlichkeit, seinen Neffen, den Grafen Robert von Loritello,*ss) und den Grafen Gerhard, der sich ihm zu allen Zeiten als einer seiner treuesten Anhänger bewährt hatte. Beiden Männera legte Robert aufs dringendste an's Herz, die Bewe- gungen des deutschen Königs Heinrich genau zu beobachten und dem Papste Gregor jede Unterstützung zu leisten, welche derselbe etwa bedürfen sollte.****)

Nachdem alle diese Angelegenheiten geordnet waren, begab sich der Herzog, wahrscheinlich gegen Ende Mai, von Salerno nach Otranto, wo er Heer und Flotte musterte, und ging von da, nachdem einige Tage nachher auch Siegelgaita angekommen war, in Begleitung derselben nach Brindisi, in dessen vortreff- lichem Hafen der grösste Theil der Flotte lag. wrer) Hier traf der Graf Raul, den Robert von Salerno aus nach Constantinopel abgesandt hatte, um dem Kaiser Nicephorus die Kriegserklärung zu überbringen, für den Fall dass derselbe sich weigern sollte, den Thron wieder an Michael abzutreten und die übrigen Forderungen des Herzogs zu erfüllen, bei dem Letzteren ein und berichtete über den Erfolg seiner Sendung. Ueberdies erklärte der Gesandte dem Herzoge in Gegenwart seiner Ritter, dass er den ent- thronten Kaiser Michael zu Constantinopel in einem Kloster gesehen habe, mithin der Fremde, welchen der Ilerzog auf den Kaiserthron setzen zu wollen vorgebe, ein unverschämter Betrüger sei; dass er ferner auf seiner Rückreise von Constantinopel nach Italien erfahren habe, wie der Kaiser Nicephorus bereits den Lohn seines an Michael begangenen Unrechts durch seinen Feldherrn Alexius empfangen habe und dieser jetzt auf dem Kaiserthrone sitze. Der Gesandte fügte diesen Mittheilungen die freimüthige Aeusserung hinzu, dass es unter den gegenwärtigen Umständen weit gerathener erscheine, einen so gefährlichen Feldzug, für den nach den jüngsten Ereignissen in Constantinopel eigentlich keine Veranlassung mehr vor-

*) Anna I, 15(p. 71): 2A mν⁴o c r Sursorodreus drd n d e p, εο Sredd, orνεααιo.

**) Orderic. Vital. 7(Ducange not. ad Alex. p. 47 Ven.): Rogerius autem frater ejus(Boemundi) cogno- mento Bursa, jussu patris in Apulia remanserat, et Ducatum sibi ex haereditate matris debitum custodiebat. Wenn Anna I, 16(p. 75) sagt, Roger sei von seinem Vater nicht in Italien zurückgelassen, sondern nach Griechenland mitgenommen worden, so'steht dies mit ihren eigenen Worten III, 12(p. 182) in Widerspruch, wo sie angibt, dass Robert seinem Sohne Roger die Verwaltung seiner italiänischen Staaten übertragen habe.

***) Ich folge hier der scharfsinnigen Emendation von Ducange, der(not. ad Alex. p. 28 Ven.) bei Anna 1, 14 (p. 68 u. 70) anstatt Boberira oy dde²go?(ein Bruder Robert's dieses Namens kommt sonst nirgends vor) zu lesen vorschlägt: Aodirνναην e‿ν.◻⁶οοꝓν. Dieser gleichnamige Neffe Robert's wird bei Order. Vit. 3 u. 7 an mehreren Stellen als ein treuer Kriegsgefährte seines Oheims erwähnt. Auch Gregor VII erwähnt ihn in einem Briefe(di Meo Annali critico-diplomatici del regno di Napoli VIII, 203). Bei Leo Ost. III, 25 u. IV, 48(p. 715 uu. 786) erscheint er als Robbertus de Laurotello.

***) Guill. Ap. IV, 185 199(p. 238).

.**) Anna I, 15(p. 71).