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gegen das byzantinische Reich aufzugeben oder auch nur zu verschieben. Er würde, lautete seine Antwort, wenn er hätte voraussehen können, dass auf den Papst Gregor ein feindlicher Angriff erfolgen werde, sich zu keinem Unternehmen entschlossen haben, was ihn ausser Stand setze, in Person seinen Lehnsherrn zu schützen; jetzt aber sei er mit den Vorbereitungen zu seinem Feldzuge schon zu weit vorgeschritten, als dass er die Eröffnung desselben noch länger aussetzen könnte.*) Uebrigens werde er Alles, was in seinen Kräften stehe, aufbieten, dem Papste auch in seiner Abwesenheit jeden möglichen Schulz an- gedeihen zu lassen.
In Brindisi und Otranto(Hydruntum) sammelten sich das Heer und die Flotte, welche zu dem wich- tigen Unternehmen bestimmt waren. Die Galeeren und die Transportschiffe, auf welchen die Mannschaſt, die Pferde, die Waffen, Kriegsmaschinen und Belagerungswerkzeuge, namentlich hölzerne, mit rohen Häu- ten bedeckte Thürme, übergeführt werden sollten, waren theils in den Häfen Italiens gebaut, theils von der dalmatischen Republik Ragusa, mit welcher der Herzog ein Bündniss geschlossen hatte, geliefert wor- den.**) Inzwischen ordnete Robert die Angelegenheiten seiner Staaten in Salerno, wo er Gesandtschaften anhörte und abfertigte, die Abgaben seiner Unterthanen, die Geschenke seiner Getreuen und die Geisel der- jenigen Städte, deren Treue verqächtig war, in Empfang nahm und wegen der Verwaltung seiner italiäni- schen Staaten die erforderlichen Anordnungen traf. Sein ältester Sohn Bohemund, den ihm seine erste Ge- mahlin Alverada,***) die ebenfalls dem normannischen Geschlechte angehörte, geboren hatte, derselbe, der sich in der Folge unter den Helden des ersten Kreuzzuges einen so glänzenden Namen erwarb und das Für- stenthum Antiochien gründete, sollte den Vater auf seinem Zuge begleiten, der ihm, als seinem wahren Ebenbilde an ritterlicher Gestalt und an Heldenkühnheit, am meisten von seinen Söhnen sein Herz zuge- wendet hatte. Robert's zweite Gemahlin, Siegelgaita, Tochter des Fürsten Guaimar IV von Salerno, mit welcher er sich, nachdem seine Ehe mit Alverada wegen zu naher Verwandtschaft getrennt worden war, verbunden hatte, wollte an der Seite ihres Gemahls alle Gefahren des Feldzugs theilen. In ihrem Wesen lag nichts von jener Schwäche und Weichlichkeit, in welche das Volk der Langobarden, dem sie ihrer Geburt nach angehörte, damals versunken war, sondern in Harnisch und Helm folgte sie, eine wahre Ama- zone, ihrem Gemahle sogar in das Getümmel der Schlacht und zeigte sich seiner würdig durch Uner-
*) Guill. Ap. IV, 177 sq.(p 283 Pertz): Dux quamquam placidi dederit responsa favoris, Legati redeunt sine quohibet emolumento; Gregorio papae, cui pura mente favebat, Omnia notificat damnati nuntia regis, Seque fatetur iter nullatenus illud inisse, Adventum hostilem praenoscere si valuisset; Sed quia iam tantos compleverat ipse paratus, A tantis se posse negat desistere coeptis. Der Brief bei Anna I, 13 p 68, in welchem Robert dem Papste auf seinen Hilferuf eine abschlägige Antwort ertheilt, ist seinem Inhalte nach wahrscheinlich von der Schriftstellerin erfunden, wird wenigstens durch die Lob- sprüche sehr verdächtig, welche in demselben von Robert den Oströmern ertheilt werden: onxot ydο eicc 0 0«c d 6netos, oi äœu piy a Sαeνσασσmνω⁊oοeσ orrrlndœν **) Guill. Ap. IV, 134(p. 282). Dass es Ragusa war, sehen wir aus der weiter unten folgenden Stelle IV. 302(p. 285). **) Sie wird erwännt von Leo Ost. III, 15(p. 707 Pertz).


