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Festsetzungen in die Schlufsfassung des Edikts und der Vollziehungsvorschriften gelangt sind. Firnhaber hat dies in seinem Kommentar(a. a. O., II, 8— 55) mit groſser Genauigkeit bezüglfch aller die Volksschule betreffenden Paragraphen zur Darstellung gebracht, sich aber dem Hauptzwecke seines Werkes gemäſs für die„Gelehrten Schulen“ auf knappe Andeutungen beschränkt. Für die Geschichte der nassauischen höheren Schulen würde es gleichfalls nicht uninteressant sein, die Gegen- sätze und die Wandlungen der Ansichten innerhalb des Regierungskollegiums eingehender darzulegen, doch müssen wir davon an dieser Stelle Abstand nehmen. Wir wenden uns zu dem, was für die Geschichte der Wiesbadener Anstalt von besonderem Belange ist.
Das Pädagogium unter dem Rektorate des K. Ph. Sal. Schellenberg) (1817 bis 1818).
Noch vor der Veröffentlichung des Edikts benachrichtigte die Regierung unter dem 20. März 1817 den Rektor Schellenberg davon, daſs 4 Pädagogien in Dillenburg, Hadamar, Idstein und Wiesbaden und ein Gymnasium in Weilburg bestehen sollten, dafs aber die völlige Ein- richtung der verschiedenen Lehranstalten, der UÜberzug mancher Lehrer und besonders die Einrichtung der Gebäude eine längere Unterbrechung des Unterrichts nötig mache, weshalb die Ferien bis zum 2. Juni verlängert werden müfsten. Zugleich wurde Schellenberg auf den 26. und 27. März zu einer Konferenz nach Limburg geladen, wo von Abgeordneten der Regierung den Vorstehern der Schulen weitere Vorlegungen gemacht werden sollten. An dieser Konferenz und einer zweiten am 17. Mai in Wiesbaden abgehaltenen nahmen die Dirigenten der bisherigen nassauischen höheren Schulen(von Weilburg, Idstein, Montabaur, Hadamar, Dillenburg, Diez, Herborn und Wiesbaden) und die beiden Oberschulräte Schellenberg und Koch teil. Man beriet die Lehrpläne für die Pädagogien und das Gymnasium und die Wahl der einzuführenden Lehrbücher. Inzwischen erschien das unter dem 24. März vollzogene,„die Einrichtung der öffentlichen Unterrichtsanstalten betreffende“ Edikt, durch welches in§ 33 bestimmt wurde, dafs„alle dermalen bestehende lateinischen Schulen, Pädagogien und Gymnasien“ mit dem Schlusse des Winterhalbjahres 1816/17 aufzulösen seien. Hiernach war die Priedrichsschule aufgehoben, doch wurde sie noch bis zu den Pfigst- ferien in provisorischer Weise weiter geführt. Man fand nämlich, daſs die lang dauernden Ferien den Wiesbadener Schülern nachteilig sein würden, und da hier die Einrichtung der Lehrzimmer und die Einberufung der Lehrer und Schüler keine Hindernisse wie in den übrigen Städten in den Weg lege, so bestimmte die Regierung am 14. April 1817, es solle der Unterricht mit den Knaben in der bisherigen Friedrichsschule von den drei anwesenden und bei dem Pädagogium verbleibenden Lehrern in der Art weiter erteilt werden, dafs wenigstens vier Lehrstunden täglich stattfänden. Die mit der Friedrichsschule verbundene Töchterschule müsse aber sofort und für die Zukunft als aufgehoben gelten. So begann das Sommerhalbjahr am 24. April 1817. Die drei Lehrer, die an der Anstalt
¹) Lebensnachrichten über ihn bei Otto(Geschichte der Friedrichsschule, S. 6). Aufserdem verweise ich bezüglich seiner wie überhaupt aller in dieser Darstellung zur Erwühnung kommenden Lehrer auf das unten folgende vom Prof. Spiefs zusammengestellte Verzeichnis, welches über das Leben sämtlicher Schul- männer, die an dem Pädagogium wie dem Gymnasium von 1817 bis 1894 gewirkt haben, in knapper Form die hauptsächlichsten Angaben bringt.


