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3. Obersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres behandelten Lehraufgaben.
Prima 1.
Ordinarius: Professor Dr. Wilhelmi.
Religionslehre. 2 St. a) Evangelische: S.: Lektüre der wichtigsten Abschnitte des Römer- und Galaterbriefs nach der Ubersetzung von Weizsäcker unter Heranziehung des Urtextes. W.: Glaubens- und Sittenlehre mit religionsgeschichtlicher Einleitung. Die Augustana und die alten Symbole. Wiederholung früherer Pensen. Klee. b) Katholische: Die allgemeine und besondere Sittenlehre; vorzugsweise Widerlegung der das sittliche Leben und die gesellschaftliche Ordnung gefährdenden Grundsätze und Bestrebungen der Gegenwart. Kirchengeschichte: Zusammenfassende Wiederholung aus der Lehraufgabe der oberen Klassen. Nach Dreher, Sittenlehre. Weber. c) Jüdische: Eingehende Behandlung grundlegender Lehren aus der Glaubens- und Pflichtenlehre. Lektüre aus Jesajah, Daniel und dem Buch Koheleth im Urtext. Munk.
Deutsch. 3 St. S.: Schillers Wallenstein, Uber naive und sentimentalische Dichtung. Auswahl aus den philosophischen Gedichten. Shakespeares Macbeth. Lebensbild Schillers. Grundlehren der Logik. W.: Goethes Iphigenie und Faust I, Hermann und Dorothea, Auswahl aus seiner Lyrik, Abschnitte aus Dichtung und Wahrheit, besonders Buch 10. Überblick über sein Leben. Auswendiglernen. Vorträge der Schüler über Leben und Werke neuerer Dichter. Klee.
Themata der deutschen Aufsätze:
1. Schwert und Feder in ihrer Bedeutung für die Geschichte der Menschheit. 2.(Klassen- aufsatz). Weshalb misslingt die sizilische Expedition?(Thucydides, Geschichte des peloponnesischen Kriegs, VI). 3. Hat Schiller ein Recht anzunehmen, dass er im Wallenstein den Grundforderungen des Aristoteles genüge?(Brief an Goethe vom 5. Mai 1797). 4. Inwieweit lassen sich die Wirkungen des Schönen und des Erhabenen, die uns Schiller in seiner Schrift„Über das Erhabene“ bezeugt, an ganzen Völkern beobachten? 5. Welches Bild von der Persönlichkeit Mörikes empfangen wir aus seinen Gedichten? 6.(Klassenaufsatz). Die Bedeutung des Leipziger und Strassburger Aufenthalts für die Entwicklung des jungen Goethe.(Ein Vergleich.) 7. Welche Ursachen haben die Völker zur Kolonisation getrieben?
Aufgabe für die Reifeprüfung: a) Michaelis 1908. Mit welchem Rechte nennt Schiller Horaz den„wahren Stifter sentimentalischer Dichtungsart“? b) Ostern 1909. Inwiefern kann Schillers Wort:„Der Mensch ist das Wesen, welches will“, als das Motto seines eigenen Lebens gelten?
Latein. 7 St. Tacitus, Annalen I und II(in Auswahl); Auswahl philosophischer Schriften Ciceros von Weissenfels; Horaz Oden III und IV und Episteln in Auswahl. Wieder- holung der gesamten Syntax, einiges aus der Stilistik und Synonymik. Alle 14 Tage eine Arbeit. 7 Oden memoriert. Wilhelmi.
Griechisch. 6 St. Thucydides VI und VII(in Auswahl). Plato, Gorgias(ohne Aus- lassungen). Sophocles, Antigone. Ilias XIII—XXIV(mit Auswahl). Wiederholungen aus der Grammatik. Alle 14 Tage abwechselnd eine Ubersetzung ins Griechische und ins Deutsche. Direktor.
Französisch. 3 St. Molière, Les femmes savantes. Rambaud, Histoire de la civili- sation en France. Taine, Napoléon. Grammatische Wiederholungen, einiges aus Stilistik und Synonymik im Anschluss an die Lektüre. Alle 3 Wochen eine Ubersetzung ins Deutsche oder Französische. Stange.
Hebräisch. 2 St. Ergänzung der Formenlehre, das Wichtigste aus der Syntax. Lektüre aus Kautzsch und Genesis. Lieberknecht.
Englisch. 2 St. Ergänzung der Formenlehre, das Wichtigste aus der Syntax. Lektüre: Hamilton Fyfe, Triumphs of Invention and Discovery. Mc. Carthy, The Crimeau War. Byron, Child Harold. Sprechübungen. Schumann, dann Schmalz.


