„am 13. Juni 1845 ein Geſuch an den Stadtvorſtand richteten, dieſer möge Schritte „thun, um eine Realſchule zu gründen und bei der Staatsregierung dafür Unterſtützung „zu finden.
„Dieſe Namen ſind: Wilhelm Wallot, G. Senfter, Heß, Dr. Sabarly, „Münch, Kurtz, Conrad Trau, Beer, Dr. Caprano, W. Joſt, W. Maurer, „D. J. Schönhof, J. Bayerthal, Joh. Hoffmann, Friedrich Hoffmann, „Philipp Jungkenn, J. Jungkenn, Meloth, G. C. Witterſtätter und „S. F. Stern.
„Es ſind dies zum Teil die Väter von einzelnen der erſten Schüler, deren Ver⸗ „zeichnis in meiner kurzen geſchichtlichen Überſicht mit abgedruckt iſt, und denen ich als „den nunmehr auch älteſten Anweſenden in unſerer heutigen Feſtverſammlung eben⸗ „falls meinen beſonderen Dank für ihr Erſcheinen ausſprechen möchte: ſo den Herren „Wilhelm Schlamp, Julius Wallot, Kaſpar Senfter, Louis Deides⸗ „heimer und Jakob Seligmann.
„Neben den vorhin genannten Bürgern verdient beſonders dankende Erwähnung der „damalige Großherzogliche Bürgermeiſter Dieterich.
„Zwei Jahre nach jener Eingabe an den Stadtvorſtand trat, von ihm beſonders „gefördert, die Anſtalt ins Leben, und ſeine Bemühungen um ſtaatliche Unterſtützung „leuchten am deutlichſten hervor aus einem von ihm unterzeichneten Geſuche des Stadtvorſtandes „an die Landſtände, vom 25. April 1852. Den geſchichtlich intereſſanteſten Teil daraus „möchte ich hier wörtlich ausführen:
„„Ein ganz eigentümlicher und gewichtiger Grund der Billigkeit ſpricht aber auch „„außerdem noch für eine Unterſtützung der hieſigen Anſtalt von Seiten des Staates. „„Die Stadt Oppenheim beſaß in früheren Zeiten ein ausgezeichnetes Schulweſen und „„auch zuletzt, als ſie noch kurpfälziſch war, eine höhere Bürgerſchule, welcher ein „„Rector vorſtand, deſſen Beſoldung von 400 bis 500 fl. aus Staatsmitteln, nämlich „„aus den Gefällen der geiſtlichen Adminiſtration zu Heidelberg floß, von der franzöſiſchen „„Regierung aber nach dem Frieden von Lüneville, durch welchen das linke Rheinufer „„an Frankreich abgetreten worden iſt, eingezogen wurde. Durch denſelben Friedens⸗ „„ſchluß verlor die hieſige Gemeinde zugleich ihr ſämtliches auf der rechten Rheinſeite „befindliches Grundeigentum— vergl. Oppenheimer Wald— welches ein Einkommen „„von 3 bis 4000 fl. lieferte. Außerdem verlor der hieſige Hoſpitalfonds in der Ge⸗ „„meinde Dornheim eine jährliche Rente von 26 ½ Malter Korn und die ſogenannten „„Landwieſen in der Leeheimer Gemarkung, 7 Morgen enthaltend. Alle dieſe Be⸗ „„ſitzungen fielen dem Großh. Fiscus anheim und bilden nunmehr ein Einkommen, „„das ſich gewiß auf das Doppelte der obigen Angabe beläuft. Durch den Pariſer „„Friedensvertrag iſt das linke Rheinufer wieder an Deutſchland zurückgegeben worden, „„und es hat ſich gefügt, daß die Stadt Oppenheim demjenigen Staate zugeteilt wurde, „„welchem ſie im Jahre 1803 ihre Beſitzungen abgetreten hatte. In Bezug auf die „„Gefälle der geiſtlichen Adminiſtration von Heidelberg iſt die heſſiſche Regierung an „die Stelle der franzöſiſchen getreten und hat ferner diejenigen eingezogen, welche von „„der franzöſiſchen noch nicht eingezogen waren, da ſie die betreffenden Rechnungen „„und Urkunden nicht beſaß. Somit iſt auch die obenerwähnte Rectoratsbeſoldung „„der Stadt Oppenheim, wenigſtens teilweiſe, in die Staatskaſſe gefloſſen, und es ſind „„jener durch die erwähnten Abtretungen die Mittel entzogen worden, deren ſie bedarf, „„um die nunmehr beſtehende höhere Bürgerſchule fernerhin zu erhalten, was doch um „„ſo notwendiger und wichtiger erſcheint, da Oppenheim der Sitz einer neuen „„Verwaltungsbehörde werden ſoll, durch welchen Umſtand aber auch die Gemeindekaſſe „„zu neuen Opfern veranlaßt wird.““
„Nach dieſem Geſuche ſollten aber noch fünfundzwanzig Jahre verfließen, bis der „heſſiſche Staat ſolche Wünſche erfüllen und die Anſtalt übernehmen konnte.
„Es gebührt demnach heute außer der Stadt und dem Gemeinderat dem „Staate unſer Dank, der den größeren Zuſchuß zu den Koſten leiſtet, den Landſtänden „die ſie bewilligt haben, der Regierung, die die Anſtalt unter ihren Schutz genommen, „ſie ſtets aufmerkſam gefördert und ihre Teilnahme an der heutigen Feier auch durch
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