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gymnasium berufen. Seinen Dienst trat er aber überhaupt nicht an, da er zuerst auf sein Nachsuchen bis zum Beginn des Winterhalbjahres beurlaubt und dann durch Allerhöchstes Dekret vom 10. September 1905 bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt wurde.
Zum Stellvertreter des Genannten wurde Herr Oberlehrer Dr. Zulauf vom Realgymnasium in Mainz ernannt. Derselbe wurde durch Allerhöchstes Dekret vom 1. Oktober 1905 definitiv unserem Kollegium einverleibt.
Wegen Krankheit war Herr Oberlehrer Dr. Schwarz das ganze Sommerhalbjahr beurlaubt. Zu seiner Stellvertretung war uns Herr Lehramts-Referendar Vogel zur Verfügung gestellt worden. Er bekam den Unterricht des Erkrankten in IIb, während dessen französischen Unterricht in IIIa Herr Professor Dr. Wissmann freiwillig übernahm.
Auch Herr Oberlehrer Dr. Dippel musste mit Rücksicht auf seine angegriffene Gesundheit vom 24. Juni ab bis zum Schlusse des Sommerhbalbjahres Urlaub nehmen. Zu seiner Vertretuug wurde uns Herr Lehramts- Referendar Dr. Blecher überwiesen.
Beide Herren Kollegen konnten mit Beginn des Winterhalbjahres zu unserer Freude ihren Dienst wieder antreten. Jedoch behielt zur Entlastung des Herrn Dr. Schwarz Herr Professor Dr. Wissmann den franzö- sischen Unterricht in III a noch bis Weihnachten.
Dem evangelischen Religionslehrer Professor Klein gestattete sein schweres Leiden bereits vom 15. Juni ab nicht mehr, sich seinem Unterricht zu widmen. Er wurde zunächst bis zum 1. Oktober 1905, dann bis 1. Januar 1906 beurlaubt; unterdessen erlag er seiner Krankheit. Die Vertretung im Unterricht übernahmen mit Genehmigung Grossh. Ministeriums in dankenswerter Bereitwilligkeit die Herren Divisionspfarrer Backhaus und Pfarrassistent Leimbach. Der durch Verfügung Grossh. Ministeriums vom 29. September 1905 zum besondereen Vertreter ernannte Herr Pfarrer Wolf in Rumpenheim musste wegen eigener Erkrankung wieder zurücktreten. An seine Stelle trat durch Verfügung Grossh. Ministeriums vom 13. Oktober 1905 Herr Pfarrer Stempel von Angersbach, der vom 26. Oktober ab den gesamten evangelischen Religionsunterricht übernahm.
Der katholische Religionslehrer unserer Schule Herr Professor Heinrich sah sich infolge angegriffener Gesundheit genötigt, am 2. Februar 1906 seinen ganzen Unterricht aufzugeben. Mit Genehmigung Grossh. Ministeriums teilten sich in dankenswerter Weise in dessen Unterricht folgende geistliche Herren: Herr Professor Dr. Schmidt, Herr Dr. Rainfurt, Herr Kaplan Becker und Herr Kaplan Jakob. Leider verschlimmerte sich der Gesundheits- zustand des oben Genannten in kurzer Zeit dermassen, dass er ganz arbeitsunfähig wurde und somit den Anforderungen seiner anstrengenden Tätigkeit nicht mehr gewachsen war. So schwer es ihm begreiflicher Weise ankam, so musste er sich doch dazu entschliessen, um Versetzung in den Ruhestand nachzusuchen, die ihm auch unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste durch Allerhöchste Entschliessung vom 17. März 1906 zuteil geworden ist. Allgemein ist das Bedauern, dass der reichbegabte Mann verhältnismässig früh seiner Berufstätigkeit entsagen musste.
5. Schulfestlichkeiten.
Am 9. Mai wurde die hundertjährige Wiederkehr des Todestages Friedrich Schillers festlich begangen. Aufgeführt wurde„Schillers Glocke“ von A. Romberg mit gemischtem Chor, Soli und Deklamationen. Die Festrede dabei hielt Herr Professor Willenbücher. Bei dieser Gelegenheit wurde das von Herrn Hofrat Alfred Börckel verfasste Schillerbüchlein an die Schüler verteilt. Es war eine sinnige Gabe der Stadt Mainz an ihre Schüler. Auch an dieser Stelle sprechen wir unseren verbindlichsten Dank aus.
Am Geburtstagsfest Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs hielt Herr Oberlehrer Dr. Schrohe die Festrede über folgenden Gegenstand:„Die Vorbildung der hessischenPrinzen für ihren Beruf.“
Am Schulfest zu Ehren des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers sprach der Direktor über„Die Reise des Kaisers nach Marokko in politischer, geschichtlicher und geographischer Beleuchtung.“
6. Prüfungen.
Die diesjährige ordentliche Reifeprüfung fand am 28. Februar ihren Abschluss. Den Vorsitz bei der münd- lichen Prüfung führte Herr Geh. Oberschulrat Nodnagel. Unter 32 Prüflingen konnten 17 von der mündlichen Prüfung ganz entbunden werden(s. o.), ausserdem wurden 6 für je 1 Fach und 1 in 2 Fächern von der mündlichen Prüfung befreit.— Einer ausserordentlichen Prüfung unterzogen sich die Schüler der la Georg v. Blumenthal, der Naturwissenschaft, und Georg Rullmann, der Medizin studieren will. Ihren Abschluss fand sie unter dem Vor- sitze des Unterzeichneten am 27. September 1905. Beide Schüler konnten für reif erklärt werden.— Die nach- trägliche Prüfung im Hebräischen bestanden am 16. Oktober stud. theol. K. Frohn und stud. theol. F. Müller.


