Aufsatz 
Untersuchungen über die Wortfolge der Umgangssprache / von Hans Reis
Entstehung
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Auch das Fürwort der ersten Person kann in dieser Weise verwendet werden, z. B. ich ich weiss das nicht; wir wir gehen schon hald. Doch ist dieser Gebrauch seltener als bei dem Färwort der zweiten Person und bei den andern hinweisenden Worten. Denn die eigene Person tritt später in den Kreis der Wahrnehmungen als die ganze Umgebung. Ein Bedäürfnis, sie auszudrücken, ergibt sich erst bei einem Gegensatze zu anderen Personen, und wenn auch das Fürwort der ersten Person später ziemlich häufig gebraucht wird, so hat der Gebrauch doch kaum eine solche Ausdehnung erhalten, wie bei den anderen Personen; eine pleonastische Verwendung ist jedenfalls ziemlich selten. Ein Gebrauch wie bei einem hinweisenden Worte, konnte sich auch schon deshalb nicht entwickeln, weil die erste Person nicht im Kreise der unmittelbaren sinnlichen Anschauung liegt; da, wo dieses Fürwort pleonastisch vorkommt, liegt der Grund wohl haupt- sächlich in der Anlehnung an die anderen Fürwörter.

4. Hinweisende Ausdrücke am Satzschlusse.

Wie vom Kinde, so werden auch vom Erwachsenen Worte, welche auf das Gegenwärtige hinweisen, nicht nur am Anfang, sondern auch am Ende einer Mitteilung gebraucht. Und zwar ist nicht selten beides zugleich vorhanden, sodass die Mitteilung von hinweisenden Aus- drücken eingeschlossen ist. Z. B. der lässt mich gar nicht gehen, der da; das da, das ist sehr schön, das da. Wunderlich(Umgangsprache S. 57 f.): seht ihr, seht ihr, seht ihr nun, was hab ich gesagt, seht ihr, ein Haus, hab ich gesagt, aus dem der liehe Gott verjagt ist, bricht über Nacht zusammen; seht ihr, irret euch nicht, seht ihr. Niebergall S. 10: Hör' einmal, AJungfer, wenn ich noch einmal so einen verfluchten Roman bei dir ertappe, so werf ich dir ihn rechts und links um den Kopf herum, dass dir die Ohren wacheln; merk dir's für die Zukunft. S. 16: Da, do henkt ebbes eraus, ach e Schälche, gucke Se emol. Vom hessischen Bauer wird das Zeitwort sagen bei der Wiedergabe von Gesprächen mit grosser Vorliebe immer und immer wieder ein- geschoben und am Schlusse noch einmal wiederholt. Vgl. Lennig(S. 30): Do saht ich, giehn mer net enein, saht ich, eich kann jo net e anzig Wort Latein, saht eich. Do saht er: loss, was is dann dran gelehe, saht er, mer wolle nor e bissi sehe. Nan, saht ich, dann do drein, do muss mer sich geneere. 0 saht er, gieht, eich mecht mich über eich bekehre, saht er. Die oft wieder- holten saht ich, saht er(= sagte ich, sagte er) sind nicht etwa durch Rücksichten auf den Vers verursacht, sondern für dessen Aufbau entbehrlich, da unser Mundartdichter in seinen Versen zwar regelmässigen Wechsel zwischen Hebung und Senkung erstrebt, aber in der Verslänge, die ja allein durch die hinzugefügten Formen verändert werden kann, sich vollständige Freiheit gestattet. Wir haben es hier also mit einer echt volkstümlichen Spracherscheinung zu tun, welche die pleonastische Verwendung hinweisender Ausdrücke recht deutlich vor Augen führt. Vgl. auch folgendes Bei- spiel aus Niebergall, S. 22 ff.: Ich sagt eau meinem Mann: Konrad, sagt ich, wir wollen lun, als hätten wir nichts gesehen, dass es keinen Auflauf gibt, sagt ich, und sind weiter gegangen. Wie wir aber den Abend daheim waren, hab ich sie vorgenommen und hab gesagt: du gottlos Stücl, sagt ich, willst du alleweil schon Amourschaften anfangen, sagt ich; lern erst kochen und nähen und waschen, sagt ich, ehe du an so Sachen denkst, sagt ich.

Das hinweisende Wort kann ferner am Anfange fehlen, sodass ein solches ausschliesslich hinter der Hauptmitteilung steht; z. B.: eine prächtige Aussicht, sieh einmal, ganz wunderschön, da ist es, da musst du hinsehen; Niebergall S. 6: Schweigen Sie mit Ihren Spässen, wissen Sie's; und dem Herrn Registrator ein schönes Kompliment, hört Sie; S. 46: Courage habe ich, das weisst du; S. 54: Ehrliche Leute die da drauss; S. 106: Da steh ich vor Ihnen, sehen Sie nur.