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Empfindung vorherrscht, dass etwas jetzt nicht so ist, wie es sein sollte, z. B. nein das geht doch übers Bohnenlied; nein es ist nicht eum Aushalten; nein es waren schöne Zeiten.
Nicht nur das Kind, sondern auch der Erwachsene gebraucht also in reichlichem Masse die Interjektionen; und ausser denjenigen, die hier angeführt worden sind, könnten noch manche andere genannt werden, die am Anfang der Sätze mit Vorliebe gebraucht werden. Sie geben alle nicht unmittelbar die Wahrnehmung wieder, sondern die durch diese hervorgerufene innere Empfindung. Nun ist nichts leichter als der Ausdruck für letztere; denn die Empfindungen sind nur wenig verschiedenartig. Dieselbe Empfindung kehrt vielmehr oft wieder und hiermit auch die sprachliche Bezeichnung für sie. Das Wahrgenommene dagegen ist recht verschieden geartet, so dass die Ausdrücke hierfür seltener sind und dem Redenden nicht so schnell zur Verfügung stehen.
Begünstigt wird die Vorliebe für Interjektionen ferner noch dadurch, dass die Sprechenden doch nie ohne mehr oder minder lebhafte Gefühle sind, zu deren Ausdruck jene dienen. Alle diese Tatsachen können schon bei Erwachsenen zu häufigem Gebrauch der Interjektionen führen; bei Kindern aber, denen die ausgebildeteren Sprachformen noch nicht zu Gebote stehen, werden sie noch viel mehr gebraucht. Was die Kindheit im Leben des Einzelnen, sind die früheren Kulturstufen im Leben eines Volkes. Im späteren Leben wird die Notwendigkeit dieses Gebrauches geringer; es wiederspricht aber der Natur der Sprache nicht im geringsten, wenn die alte Gewohnheit in dem gleichen Umfang weiter gepflegt wird. Wenn aber weniger aus Bedürfnis als aus Gewohnheit eine Form gebraucht wird, so folgt, wie besonders das Beispiel von ei gezeigt hat, Abschwächung und Erstarrung in der Bedeutung auf dem Fusse nach.
3. Hinweisende Ausdrücke am Satzanfang.
Als weitere Eigentümlichkeit der Umgangssprache bei Eröffnung des Gesprächs nennt Wunqderlich(Umgangssprache S. 68)„die unmittelbare Anknüpfung an die sinnliche Situation““. as ist dies ein besonderer Fall des allgemeinen Satzes, dass„die Umgangssprache ihrer Natur nach unmittelbar unter den Eindrücken entspringt, an die sie anknüpft“(Wunderlich, ebd. S. 23). Die Vorstellung des neu Mitzuteilenden knüpft aber entweder an eine im Geiste vorhandene und in der Regel im vorhergehenden Satze ausgedrückte Vorstellungsmasse an oder an das in der sinnlichen Anschauung Gegebene. Bei einem Kinde dürfte letzteres mehr der Fall sein, während der Erwachsene, der mehr zusammenhängend spricht, häufiger an das Vorhergehende anknüpft.
Berücksichtigen wir zunächst die Kindersprache, so sehen wir, dass diese an die sinnlich gegebene Anschauung durch hinweisende Worte anknüpft, die sich häufig mit hinweisenden Ge- bärden verbinden. Je geringer die geistige Entwicklung ist, desto weniger werden die einzelnen Dinge scharf unterschieden; die umfangreichen, aber inhaltsarmen Begriffe sind ja die frühesten, und dieser geistigen Verfassung entspricht auch die Sprache. Jene aus der Väter Zeiten ererbten und von Kindheit auf oft gebrauchten Worte von allgemein hinweisender Bedeutung sind die sprach- lichen Mittel, durch welche die Umgangsprache die vorhandenen Verhältnisse bezeichnet; mittels jener knüpft sie an die gegebenen Eindrücke an, und ausser ihnen kommen nur noch Ausdrücke für häufig wiederkehrende Einzelvorstellungen(z. B. Vater, Mutter) in Betracht. Mit fort- schreitender Bildung wird sich die Zahl der Einzelvorstellungen, die in dem Geiste der Menschen stets vorhanden sind, vermehren; auch wird eine grössere Anzahl inhaltsreicherer Begriffe im Be- wusstsein zu finden sein. Aber die inhaltsarmen hinweisenden Worte werden immer noch weiter
gebraucht; sie allein können nicht nur in der Kindersprache, sondern auch später noch für eine 2
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