Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte der Frei-und Reichsstadt Worms und der daselbst seit 1527 errichteten Höheren Schulen / Adalbert Becker
Entstehung
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8 Biſchof Landolph und Kaiſer Friedrichs II. Sohn Heinrich.

vertrags und darin verleibten irrungen halben, zweitracht geweſen, wie ſolches vielfältig auf⸗ gerichte verträg erhellerung und anzeigung geben. Die erweiterte Erzählung der Zorn'ſchen Chronik fügt dann erläuternd hinzu:dann man hiebei nit verblieben, ſondern als weiter gegrübelt, damit ſich der rath weder römiſcher kaiſer oder könig, noch des reichs mehr annähme, noch daſſelb für augen hätte, ſondern ſich zum biſchof hielt. und iſt in ſumma aus dieſen untüglichen verträgen entſtanden und erwachſen, daß die biſchof und pfaffheit dem heiligen römiſchen reich und der alten erbarn ſtadt obrigkeit, herrlichkeit, herkommen, freiheiten, recht und gerechtigkeit, die ſie von dem heiligen reich hergebracht, ohn wiſſen und willen römiſcher kaiſer und könig(in den ſtücken der obrigkeit und auch der renten, zöllen und anderer nutzung) genommen und entzogen, und darzu die frommen mächtigen ritter, edlen burger, kaufleut, hanthierer, handwerker, bauleut und in⸗ wohner zerſtöret und verdrungen, derſelbigen dörfer, zehenden, hofgüter, baugüter, mühl, fiſch⸗ waſſer oder auen, weltgülten, zins und zinsgüter an ſich verpfändt und zu ihnen bracht, und die ſtadt worms mit dem weſen alſo ſchwerlich und größlich vernichtiget und verarmet, daß dieſer zeit viel hundert herdſtätten in der ſtadt worms zu acker und weingart worden ſind, welche ſtadt doch vormals vor dem anfang und weſen der böſen untüglichen verträgen alſo ſchön und mächtig ge⸗ weſen, daß ſie in 2 pfarren, deren acht zu wormbs ſind geweſen, 2100 ſtreitbarer männer vermöcht hatte.(Arnolds Ausgabe d. Zorn'ſchen Chronik, S. 65, 66.)

In dem von Zorn erzählten Uebergang von der Verfaſſung der vierzig Conſuln zu der Rachtung des Jahres 1233 liegt der Schlüſſel für das Verſtändniß und für die gerechte Beurtheilung aller ſpäteren Verwickelungen zwiſchen Biſchof und Stadt. Zorn erzählt in der im Nachfolgenden abgedruckten Stelle mit ſichtlicher Genugthuuug, wie die Wormſer auch dem klugen Befeſtiger der Rachtung von 1233 und Nachfolger des Biſchofs Heinrich II. von Saarbrück, jenem Landolph von Hoheneck Wiederſtand leiſteten, der Kaiſer Friedrichs II. Sohn Heinrich gegen den Vater aufhetzte, bis der Kaiſer aus Italien nach Deutſchland kam und den ungehorſamen Sohn im Thurme Luginsland zu Worms, dann in Alzey und endlich in Italien bis zu ſeinem Tode gefangen hielt.

Dieſer Landolphus ſchreibt Zorn, theils nach der urſprünglichen, theils nach der ſpäteren Faſſung pthat ſich zu kaiſer Friedrichs II. ſohn Heinrichen mit andern viel mehr biſchofen und unterſtunden mit hülf des kaiſers ſohn, ſeinem vater, kaiſer Friedrichen, Teutſchland und beſonders den Rheinſtrom vorzubehalten. der zeit war kaiſer Friedrich in Sicilien und welſchen landen. darum ſeinen ſohn etliche biſchof alſo anhetzeten,dann die geiſtlichen fürchteten kaiſer Friedrichen übel. Gab Heinrich dem biſchof viel gerechtigkeit über die ſtadt Worms, daß er ihme deſto treulicher zu ſeiner praktiken wider den Vater behülflich wäre. demnach begehrte Heinrich reiter und knechte oder ſöldner von den ſtädten. und als ihm etlich ſtädte hülf zuſchickten, begehrte er ſolches gleichfalls an die von Worms mit allem fleiß und ernſt, und weiters auch, daß ſie ihm huldeten, welches die bürger gemeiniglich nicht thun wollten, ſondern ſagten, ſie hätten kaiſer Friedrichen, ſeinem vater, gehuldet, darbei gebührt ihnen zu bleiben, und wider den nicht zu thun. könig Heinrich widerſetzt ſich ernſtlich, aber die burger wollten von ihrem fürnehmen keineswegs abſtehen. derowegen dann könig Heinrich bei die ſtadt Worms mit großer macht rückt und begehrt an ſie, mit großer und mannigfaltiger verheißung viel guts, gnaden und freiheiten, daß ſie ihn für ihren herrn erkennen wollten. aber es wollt alles nichts verfangen. dadurch ward er zur ungnad bewegt und droht ihnen allerlei ungemach, gefahr, ſchweren ſchaden, ja das äußerſte verderben zuzufügen, wo ſie ihm nicht würden folgen. aber die von Worms wollten von ihrem herren, kaiſer Friedrichen, nit abſtehen, oder von ihm weichen und waren beſtändig in dem, desgleichen die von Speyer. So aber Heinrich vermerkt, daß die von Worms in keinen weg von kaiſer Friedrichen