Stadt Worms und des katholiſchen, ehemals fürſtbiſchöflichen Schulſeminariums zu Worms ent⸗ ſtand, am 23. Jan. 1804 eröffnet und an dem darauf folgenden 9. März eingeweiht wurde, ſondern auch die eingehende Darſtellung der Geſchichte des Großherzoglichen Gymnaſiums und der Groß⸗ herzoglichen Realſchule zu Worms, die aus der franzöſiſchen Secundärſchule ſeit 1815 nach und nach ſich entwickelten, mußte hier unterbleiben. Ich beſchränke mich alſo auf Beiträge zu der Ge⸗ ſchichte der höheren Lehranſtalten, die in der Frei⸗ und Reichsſtadt ſeit 1527 errichtet wurden; und nach den Quellen, die ich bis jetzt aufzufinden vermochte, beſpreche ich das lutheriſche Gymnaſium, das Jeſuitencolleg und das fürſtbiſchöfliche Gymnaſium zu Worms. Dazu füge ich(S. 101— 105) einen Excurs über die kurpfälziſche reformirte Fürſtenſchule zu Neuhauſen bei Worms, die von den in Worms und in der Umgegend wohnenden Reformirten beſucht wurde. In einem Nachtrage habe⸗ ich die Entwickelung unſrer Anſtalt ſeit dem Jahre 1804 kurz angedeutet und die Perſönlichkeiten wenigſtens genannt, die ſich das Verdienſt erwarben, unter der Großherzoglichen Heſſiſchen Ver⸗ waltung zunächſt die franzöſiſche Secundärſchule zu einem deutſchen Gymnaſium umzubilden und dann neben demſelben eine Realſchule zu gründen. Ehe die Geſchichte dieſer Anſtalten veröffent⸗ licht werden ſoll, muß das Archiv unſrer Anſtalt durch Akten der ehemaligen Großherzoglich Heſſiſchen Pädagogcommiſſion zu Mainz, ſowie des Großherzoglichen Oberſtudienraths und der Großherzoglichen Oberſtudiendirection zu Darmſtadt ergänzt werden, da das Archiv unſrer Anſtalt über wichtigſte Erlebniſſe derſelben keine Documente beſitzt.
Aufrichtigſten Dank ſpreche ich an dieſer Stelle allen denjenigen aus, welche die vorliegende Arbeit unterſtützten, insbeſondere dem Großherzoglichen Staatsminiſterium und dem Großherzoglichen Haus⸗ und Staatsarchivar Dr. Freiherr Schenk zu Schweinsberg. für die Benutzung der einſchlagenden Urkunden des Großherzoglichen Staatsarchivs, ſowie dem Herrn Bürgermeiſter Heimburg zu Worms für die Erlaubniß zur Ausbeutung des Reichs⸗ ſtädtiſchen Archivs zu Worms. Das Material, welches die Scholarchatsacten und die Raths⸗ protocolle unſres Archivs für die Wormſer Schulgeſchichte des 18. Jahrhunderts darbieten, iſt in vorliegender Schrift nur zum Theil verarbeitet und es bleibt eine Nachleſe für Spätere übrig. Viele Vorgänge, die weniger für das Leben der Frei⸗ und Reichsſtadt, als für das innere klein⸗ liche Leben der Schule und ihrer Lehrer charakteriſtiſch ſind, konnten nach der Anlage der vor⸗ liegenden Schrift in derſelben keine Stelle finden. Aber wiewohl ich Vieles, was nur für den Schulmann Reiz beſitzt, ferngehalten, gebe ich doch mit einiger Schüchternheit die Arbeit hinaus, und mit dem Wunſche, daß die Bilder des Reichsſtädtiſchen Kleinlebens auch bei den Leſern das⸗ jenige Intereſſe finden möchten, das ſie bei der Aufſuchung und Durchforſchung der Stoſ dem Bearbeiter der Localgeſchichte in höherem Grade erwecken.
Worms, im April 1880.


