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Mit den Aufgaben der Universitätsreform hatte sich Dal- bergs vielseitiger Geist schon früher beschäftigt. Seit seinem Regierungsantritt in Erfurt hatte ihm die Wiederbelebung der absterbenden Erfurter Universität, die in den Tagen des Huma- nismus ihre Blüte gesehen, Sorge gemacht; die Kurfürstlich- Mainzische„Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Er- furt“ ¹) war Dalbergs Lieblingskind geworden, das er hegte und pflegte und lebensfähig erhielt. Der Schöpfung Julius Echters von Mespelbrunn, der Würzburger Universität, hatte er als Würzburger Domherr(seit 1780) und mehrjähriger Rector magni- ficus tätiges Interesse geschenkt.„Unterrichtet und anregend wie er war?, sagt Wegele,²)„hat er sich schnell in Würzburg erheblichen Einfluß und namentlich in der Frage des höheren Unterrichtes eine gern respektierte Autorität erworben.“ Seine Vorschläge zur Förderung der Universität klangen in den inhalt- schweren Worten aus:„Freiheit, Ehre und Geld“.
Schon bevor er in Frankfurt zu seiner umfassenden Reform des höheren Bildungswesens überging, dessen Umgestaltung die einzige vollwertige höhere Lehranstalt aus reichsstädtischer Zeit, das am 14. September 1520 begründete Gymnasium), in
¹) Oergel, Die Akademie... zu Erfurt von ihrer Wiederbelebung durch Dalberg bis zu ihrer endgültigen Anerkennung durch die Krone Preußen (1776— 1816), in„Jahrbücher der A. z. E. Neue Folge, XXX, S. 139— 224, Erfurt 1904; S. 161:„Die Geschichte der Erfurtischen Akademie ist für die Jahre 1776— 1802 die Geschichte Dalbergs. Er ist nicht bloß ihr Neubegründer gewesen, sondern auch ihr ständiger Leiter und eines ihrer tätigsten und regsamsten Mitglieder“.— Seine in der Akademie gehaltenen Vorträge über Fragen der Asthetik veröffentlichte Dalberg im April 1791 unter dem Titel „Grundsätze der Asthetik, deren Anwendung und künftige Entwickelung von Carl von Dalberg. Erfurt 1791.“
²) F. X. v. Wegele, Geschichte der Universität Wirzburg(sic.), Teil I, S. 466— 69, 472, 485, Teil II(Urkunden), S. 431, Nr. 162, Würzburg 1882.
³) Bibliographische Angaben in meinem Beitrag zur„Festschrift“, 1897, S. 21, auf den wegen der aufsteigenden Entwicklung, die das Frankfurter Gymnasium zu Beginn des vorigen Jahrhunderts genommen hat, hingewiesen werden darf. UÜber Purmann, den von Goethe geschätzten, von Dalberg mit dem„Konkordienorden“ ausgezeichneten langlebigen Rektor, mit dem das Gymnasium der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu Grabe ging, vgl. meinen Artikel in der„Allgemeinen Deutschen Biographie“(Band 53, 1907), über das Frankfurter Gymnasium in dem letzten Drittel des sechzehnten Jahrhunderts meine Abhandlung in dem Programm des Goethe-Gymnasiums, Ostern 1901.


