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zur Gründung einer Gesellschaft für ästhetische Kultur, des noch heute mit Beschränkung auf die Pflege edler Tonkunst wirkenden„Museums“ gegeben. Von dessen Anziehungs- kraft erhoffte er eine Interessengemeinschaft aller in Wissen- schaft und bildender Kunst, in Poesie und Musik schöpferisch tätigen oder genußfähigen Kreise der Bevölkerung. Carl Ritter trat als geschäftsführender Sekretär des freudig begrüßten Bildungsinstitutes mit dem auf das Gedeihen seiner Lieblings- schöpfung eifrig bedachten Landesfürsten in nähere Be- ziehungen. ¹)
Man war in Frankfurt Dalbergs Anregungen gerne gefolgt; bot doch die Vergangenheit dieses interessanten Mannes eine Gewähr für sorgsame und wirkungsvolle Pflege schön- geistiger, künstlerischer und wissenschaftlicher Bestrebungen. Weithin war bekannt, daß der Landesherr während seiner fast dreißigjährigen Statthalterschaft in Prfurt²) in seinem Heim, der„Statthalterei“, als ein seinen Gästen mit Anmut und Würde begegnender Hausherr Heroen der klassischen deutschen Literatur, führende Männer der Wissenschaft und wissensdurstige Dilet- tanten um sich versammelt und an seine anziehende Persön- lichkeit gefesselt hatte. ¹) Nicht ohne Stolz erinnerte man an seinen in Erfurt gepflogenen intimen Gedankenaustausch mit Wieland, Herder, Wilhelm von Humboldt, an das herzliche Einvernehmen, in dem er seit 1790 mit Schiller bis zu dessen Tode gestanden hatte.
inen beredten Ausdruck hatte dieser Freundschaftsbund in den von Schiller am 25. April 1804 an Dalberg mit dem „Wilhelm Tell“ gesandten Stanzen gefunden, die mit der Ehrung endigen:
„Und solch ein Bild darf ich dir freudig zeigen: Du kennst's; denn alles Große ist dein eigen.“⁴)
i) Ritrer hielt im Museum in Gegenwart des Fürsten Primas einen Vortrag über den Frankfurter Maler Prestel.
²) Seit 1772.
a) Dalberg wird als„Koadjutor der Deutschen Literatur“ von Adolf Stern in seinen„Beiträgen zur Literaturgeschichte des 17. und 18. Jahr- hunderts“ Leipzig 1893, S. 265— 282, gewürdigt. Uber Dalbergs Beziehungen zum Weimarer Hof vgl. Wilhelm Bode, Amalie, Herzogin von Weimar, 1908.
4) Schiller, Säkular-Ausgabe, Cotta, Bd. 2, S. 88(384).


