Germaniae Paedagogica“ im Auge behalten wurde, die es sich angelegen sein lassen, Bausteine zu der erst aus einer Fülle von Einzelforschungen und Einzeldarstellungen erwachsenden Universalgeschichte des Bildungswesens in Deutschland zusammen- zutragen und zu bearbeiten.
Da zur Zeit das Problem wieder erörtert wird, die Kluft zwischen der Lehrverfassung der Prima höherer Knabenschulen und der auf Universitäten und Hochschulen eingebürgerten Studienweise zu überbrücken, dürften die hier gebotenen Mit- teilungen des Gegenwartwertes nicht ganz entbehren.
In den beigegebenen Abbildungen interessanter Männer, die auf ihrem Lebensgange ihren Namen auch in die folgenden Blätter aus der Geschichte der Frankfurter Pädagogik ein- getragen haben, verkörpert sich gewissermaßen der Anspruch auf Beachtung, den das kurzlebige Lyceum Carolinum noch heute erheben darf. Aus der Sammlung des hiesigen Historischen Museums stammen die Porträts des um ein reges geistiges Leben in seinem Lande eifrig bemühten Großherzogs Carl von Dalberg, des durch Beziehungen zu Goethe und dem Freiherrn von Stein bedeutsamen„Rates“ Fritz Schlosser, sowie J. F. Böhmers, des um die Geschichte der Reichsstadt und die Reichsgeschichte verdienten Frankfurter Forschers, eines der„Lyceisten;“ das Bildnis seines Lehrers Fr. Chr. Schlosser, des einst weithin wirksamen Geschichtschreibers, ist der 1870 erschienenen zweiten Ausgabe von„Schlossers Weltgeschichte“ entnommen.
Herrn Archivdirektor Professor Dr. R. Jung habe ich dafür zu danken, daß er mir die einschlägigen Archivalien zu der bei dem Umfang meiner Amtsgeschäfte einzig möglichen häuslichen Benutzung anvertraut und meine Zwecke durch freundliche Auskunft wie immer so auch jetzt gefördert hat.
Frankfurt a. M., Ende März 1908.
Otto Liermann.


