Aufsatz 
Das Lyceum Carolinum : ein Beitrag zur Geschichte des Bildungswesens im Großherzogtum Frankfurt / Otto Liermann
Entstehung
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I. Carl Theodor von Dalberg.

der Gründer des Lyceums zu Frankfurt a. M.

(Geb. 8. Februar 1744 zu Hernsheim bei Worms, gest. 10. Februar 1817 in Regensburg.)

Adde pulchrum bono. C. v. Dalberg.

1 Carl Theodor von Dalberg, ¹) den Kurfürsten von Mainz 4 und Erzkanzler, hatte im Juli 1806 Graf Beust in Paris die von Napoleon I. diktierte Rheinbundsakte unterzeichnet. Der Protektor und Vormund derConfédération du Rhin hatte die Zwangslage dieses zum Staatsmann nicht geschaffenen, über das Endziel der Eroberungspolitik des kalt berechnenden Korsen nie zur Klarheit gekommenen weichherzigen katholischen Kirchen- fürsten ausgenutzt, der als Asthetiker auf den Thron und von dem Throne gestiegen ist. In Vorahnung, daß seinem Namen

¹) Clemens Theodor Perthes, Politische Zustände und Personen in Deutschland zur Zeit der französischen Herrschaft, Bd. 1, S. 307 347, Gotha 1862. Beaulieu-Marconnay, Karl von Dalberg und seine Zeit, Weimar 1879. Weitere Literatur zu Dalbergs Biographie bei P. Darmstaedter, Das Großherzogtum Frankfurt, S. 79, Anm. 1, Frankfurt a. M. 1901. ber die Stadt Frankfurt a. M. zur Zeit der Revolutions- und Befreiungskriege (1792 1816) vgl. R. Jung in demJahrbuch des Freien Deutschen Hoch- stifts, 1902, S. 29 53v. Auch die allerdings panegyrisch gehaltene Ab- handlung von G. E. Steitz, Der Staatsrat Georg Steitz und der Fürst Primas Karl von Dalberg. Ein Blatt aus Frankfurts Geschichte im Anfang des 19. Jahrhunderts mit urkundlichen Beilagen(Neujahrs-Blatt 1869 des V. f. G. u. A.) bietet schätzbares Material zur Erkenntnis des Wesens und der Tendenzen des Frankfurter Fürsten; auch nach Beaulieu-Marconnay verdient Dalberg einen Biographen, der mit Hilfe der Einzelforschung der letzten dreißig Jahre seiner problematischen Natur und seiner weitverzweigten Tätigkeit allseitig gerecht wird.