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Die für Barometerstände von 710 bis 760 mm und für Temperaturen von 0⁰ bis+ 200 berechneten Correctionen finden sich in der Reductionstabelle des Barometerstandes auf 0. Für Temperaturen unter 0o hat man die Correctionen für die entsprechende Temperatur über 0⁰ mit entgegengesetzten Zeichen zu nehmen.
Die Beobachtungen mit möglichst langen Quecksilbersäulen sind in der Beobachtungs- tabelle I zusammengestellt, zu deren Erklärung noch folgendes dienen möge.
In Columne 1 stehen die laufenden Nummern der Beobachtungen mit den vier Röhren, und zwar folgen die Röhren innerhalb einer Beobachtung in der Reihenfolge 1, 2, 3, 4. In der zweiten Golumne steht die Länge des abgesperrten Luftquantums. In den vier darauf folgenden Columnen findet man die bei den Beobachtungen abgelesenen Grössen v,(b), vi,(ol). Im der siebenten und achten Columne folgen die corrigierten Luftvolumina v und p und darauf in der neunten und zehnten die Längen der Quecksilb ersäulen„ und hi als die Differenzen von (r—(o)] bezw.[ri—(60)J. Die in der elften bis fünfzehnten Golumne stehenden Zahlen dienen, wie aus der Formel des Barometerstandes ersichtlich ist, zur Berechnung des in der sechzehnten Columne folgenden Barometerstandes B. Die mit B überschriebene Columne enthält die aus dem Fehler des Meniscus sich ergebende Correction. t ist die Temperatur des Beobachtungs- zimmers. Mit B ist der auf 0⁰ reduzierte, aus der Formel berechnete, und mit B, der auf 0⁰ reduzierte, an dem Normalbarometer abgelesene Barometerstand bezeichnet. Die letzte Columne endlich enthält die Abweichungen des mil dem Capillarbarometer und des mit dem Normal- barometer bestimmten Barometerstandes. Wie ein Blick auf die Tabelle zeigt, stimmen beide Barometerstände sehr genau überein. Bei den sechs ersten Beobachtungen, bei welchen die Quecksilbersäule eine Länge von annähernd 450 mm hatte, beträgt die Differenz nur ein, zwei oder drei Zehntel Millimeter. Nur zwei Mal ist die Differenz 0,8 mm, so dass dieser Fehler mehr einer ungenauen Ablesung als der Methode, den Barometerstand zu berechnen, zuzuschreiben ist. Bei den sechs folgenden Beobachtungen, bei welchen die Quecksilbersäule nahezu 350 mm lang war, werden die Differenzen einige Mal etwas grösser.
§ 7.
Wie wir im vorigen Paragraphen gesehen haben, erhält man den Barometerstand mit grosser Genauigkeit, wenn man die Quecksilbersäulen und Luftsäulen in den dort angenommenen Längen verwendet. 1
Es bleibt nun noch übrig, zu untersuchen, ob man der Röhre statt der Länge eines ge- wöhnlichen Barometers die halbe Länge geben kann, d. h. ob die Resultate noch Anspruch auf Genauigkeit machen können, wenn man die Quecksilbersäule vielleicht nur 100 mm lang macht. Dies muss verneint werden. Denn hat die Quecksilbersäule eine nur geringe Länge, so ist der Druck, den dieselbe auf das abgesperrte Luftquantum ausübt, auch nur ein geringer. Die Luft- volumina in Lage I und Il werden daher nur wenig von einander verschieden sein. Die Folge davon ist, dass der Nenner(b— v—) der gegebenen Formel nur klein wird und im Grenzfall, wenn man die Quecksilbersäule immer kleiner werden lässt, fast gleich Null wird. In dem letzteren Falle aber wird die Formel zur Berechnung des Barometerstandes unbrauchbar. Je kleiner man also die Quecksilbersäule werden lässt, desto mehr wird man sich diesem Grenzfalle nähern und desto ungenauer werden die Resultate werden.
Um diese Folgerung aus der Formel für den Barometerstand praktisch nachzuweisen, habe ich noch einige Beobachtungen mit kleineren Quecksilbersäulen und zwar nur mit Röhre 3 und 4
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