— 419— nach unten kehrte, die Quecksilbersäule bis nahe an das Ende reichte, also möglichst lang war. Die Länge war bei den einzelnen Röhren etwas verschieden und betrug 430 bis 470 mm.
Bei einer weiteren Reihe von Beobachitungen betrug das Volumen des abgesperrten Luft- quantums 250 mm. Die Längen der Quecksilbersäulen waren jetzt natürlich kleiner und lagen zwischen 350 und 370 mm.
Die Ablesungen wurden jetzt ohne Fernrohr gemacht und zwar in folgender Weise:
In Lage l wurde an Röhre 1 an der oberen Kuppe c(Siehe Fig. 1) der Quecksilbersäule abgelesen. Die Länge ae ist in den Beobachtungslabellen mit ꝛ1 bezeichnet. Darauf wurde an der unteren Kuppe? der Säule abgelesen, wodurch man das Volumen des Luftquantums à=(b¹) erhielt. Die Differenz ri—(bi) gab die Länge der Quecksilbersäule hi. Nun wurde die Scala umgedreht und in Lage II in derselben Reihenfolge abgelesen. Die Grössen r1(ο*) und 11 gingen nun in r,(v) und h über. Wenn in dieser Weise die Ablesungen an den vier Röhren gemacht waren, wurden dieselben noch einmal wiederholt und aus beiden Ablesungen das Mittel genommen.
Die aus diesen Beobachtungen berechneten Barometerstände sind verglichen mit den an einem Normalbarometer abgelesenen Barometerständen. Der Sicherheit wegen wurde der Baro- meterstand vor und nach den Beobachtungen abgelesen. Hatte sich dieser während der Beob- achtungen geändert, wobei die Anderung aber niemals über ein Zehntel Millimeter betrug, so wurde aus beiden Barometerständen das Mitlel genommen.
Da das Normalbarometer, welches im meteorologischen Zimmer des Instituts aufgehängt ist, nicht auf längere Zeit aus diesem Raume entfernt werden durfte, dieses Zimmer sich aber ein Stockwerk höher befindet als das Auditorium, so musste der Unterschied zwischen dem Luftdruck in den beiden Zimmern bestimmt werden. An dem Normalbarometer wurde zunächst im meteoro- logischen Zimmer der Barometerstand abgelesen. Sodann wurde dasselbe eine Stiege tiefer ge- tragen und wieder abgelesen. Nachdem dieses einigemal wiederholt war, ergab sich als mittlere Differenz zwischen den beiden Barometerständen: 3
diff= 0,4 mm. Diese Differenz mussle bei Vergleichung des aus der gegebenen Formel berechneten und am Normalbarometer abgelesenen Luftdruckes zu dem letzteren addiert werden.
Ferner war die Temperatur der beiden erwähnten Räume nicht dieselbe. Es war deshalb nötig, beide Barometerstände auf die Temperatur 00 zu reduzieren. Eine Reduktionstabelle für das Normalbarometer lag vor. Um auch eine solche für das Gapillarbarometer anzufertigen, hat man folgende Betrachtung anzustellen.
Wenn h die bei einer gewissen Temperatur to abgelesene Länge der Quecksilbersäule be- deutet, so ist die auf 0o reduzierte Länge gleich:
h lI—(&— an)!]. wenn α den Ausdehnungscoefficienten des Quecksilbers und α denjenigen der Scala, hier des Holzes, bedeutet. Da jedoch der Ausdehnungscoefficient des Holzes sehr gering ist, so kann der- selbe vernachlässigt werden, und man erhält den auf Oo reduzierten Barometerstand:
B.= B(1— a⁷),
wenn B. den reduzierten und B den noch nicht reduzierten Barometerstand bedeutet. Die Correction ist daher: — DHat


