Aufsatz 
Das Melde'sche Capillarbarometer / von Karl Fischer
Entstehung
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5 Längen wurde die mittlere Länge eines Quecksilberfadens berechnet. Dieselbe beträgt für Röhre 4: 26,76 mm.

Hätte nun die Röhre durchweg dasselbe mittlere Kaliber, so würde nach einer ersten Ein- giessung die erste Quecksilbersäule eine Länge von 26,76 mm, nach einem zweimaligen Eingiessen die ganze Quecksilbersäule eme Länge von 53,52 mm, nach einem dreimaligen eine Länge von 80,28 mm gezeigt haben. Statt der Zahlen in der ersten, dritten und fünften Columne der Tabelle A würde man dann die Zahlen in der ersten und vierten Columne der Tabelle B erhalten, welche von den wirklich beobachteten Längen in der zweiten und fünften Golumne der Tabelle B um die unter»Corr.« danebenstehenden Werte abweichen. Die Correction ist negativ, wenn die wirklich beobachtete Länge grösser, dagegen positiv, wenn sie kleiner als die aus der mittleren Länge sich ergebende Strecke ist.

Nimmt man an, dass die Röhre zwischen zwei auf einander folgenden wirklichen Längen z. B. 162,60 mm und 189,50 mm stetig verlaufe, d. h. zwischen diesen beiden Strecken, wie man aus den Gorrectionen der Tabelle B. ersieht, sich hier stetig erweitere, wie man dies ja bei ausgesuchten Röbren doch wohl annehmen kann, so wird die Correction für eine Länge zwischen diesen beiden Strecken das Mittel aus den beiden Correctionen für 162,60 und 189,50 mm sein. Auf diese Weise kann man beliebig oft zwischen zwei Correctionen interpolieren. Mehr wie zwei bis drei Mal wird dies nicht nötig sein, da die Correctionen nach einer zweimaligen Interpolation schon nahezu gleich sind. Nach dieser Auffassung wurden dann die Correctionstabellen G als die im Folgenden praktisch verwendbaren Tabellen berechnet.

Bei den Versuchen entsprechen den bisher in Betracht kommenden Quecksilberlängen dann die Längen der in Millimetern abgelesenen Luftvolumina. Hätte man also ein solches Luftvolumen bei Röhre 4 z. B. gleich 356,2 mm abgelesen, so wäre nach Tabelle C die Correction 1,90 anzubringen, d. h. das richtige Luftvolumen wäre 354,30 mm.

§ 4.

Während vorher bei den drei Röhren 4, 3, 2 das Einfüllen gleicher Mengen Quecksilber

sehr bequem auszuführen war, ging das Einfüllen in die engste der vier Röhren, in Röhre 1, nicht so leicht und schnell von statten. Dahér habe ich ein anderes Verfahren angewandt, um diese Röhre zu kalibrieren. Dasselbe beruht auf der Verschiebung eines Quecksilberfadens. Die Verschiebung wurde vermittelst eines Gummischlauches, der über das offene Ende der Röhre gezogen war, bewerkstelligt. Indem man durch Drücken des Schlauches zwischen zwei Fingern die Luft in der Röbre verdünnte oder comprimierte, konnte das Ende des Quecksilberfadens mit grosser Genauigkeit auf einen beliebigen Teilstrich der Scala eingestellt werden. Um die Längen des Quecksilberfadens abzulesen, wurde eine Lupe fest aufgestellt, und die Scala mit der Röhre parallel mit sich selbst verschoben. Die Röhre sollte kalibriert werden von 0 bis 540 mm. Es sei nun a das Intervall, in welchem kalibriert werden soll, und zwar sei a ein Vielfaches von

540, also z. B.= 340. wo n eine ganze Zahl ist. Es wurde deshalb ein Quecksilberfaden von

nahezu 30 mm eingefüllt; ist daher gleich 18. Ich nahm deshalb einen Faden von nahezu 30 mm, weil diese Länge der Länge der aufgegossenen Quecksilberfäden bei der Kalibrierung der drei anderen Röhren annähernd entsprach. Dieser Faden wurde folgeweise auf die Strecken der Teilung von 0 bis nahezu 30 mm, von 30 bis nahezu 2·30 mm u. s. w. gelegt.