Aufsatz 
Studierende aus Alsfeld vor 1700 / von Karl Dotter
Entstehung
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Studierende aus Alsfeld vor 1700. 5

Mancher in den veröffentlichten Matrikelbänden nicht erſcheinende Student, der jedoch aus Stipendiatenregiſtern oder fonſtigen Urkunden zu ermitteln war, wurde in vor- liegender Arbeit aufgenommen, desgleichen einzelne im Mittelalter erſcheinende Alsfelder Geiftliche von Bedeutung, wenn ſie auch nicht Alsfelder geweſen ſind.

Daß bei der Wahl der Hochſchule zunächst die Ent- fernung von der Vaterſtadt in Betracht kam, verſteht ſich von ſelbft. Im Mittelalter ift Erfurt am befuchteſten, ſpäter Marburg und Gießen. Auch der religiöfe Charakter der Hochſchule war von Einfluß auf die Wahl derſelben; Io finden fich z. B. nach der Einführung der Reformation in Erfurt keine Alsfelder Studenten mehr ein, die kalviniſtiſchen Hochſchulen Kafſfel und Herborn weiſen überhaupt keine Als- felder auf. Kriegs- und Peſtjahre laffen ihren Einfluß deutlich erkennen. Eine auffallende Tatfache, auf die schon anderwärts aufmerkfam gemacht worden iſt, ift es, daß im Zeitalter der Reformation die Zahl der Studierenden geringer iſt als ſonſt.

Für den Befuch der Hochſchule ſtanden den Alsfeldern drei Stipendien, 2 ftädtiſche(je 30 fl.) und das v. Rotsmannſche (16 fl.) zur Verfügung¹²). Uber die Wahl des Studiums läßt ſich in den feltenſten Fällen etwas genaueres ſagen, da die Matrikeln zumeiſt keine Fakultätsbezeichnungen ent- halten. Die meiſten Studierenden waren Theologen. Mehr als 20 von dieſen erſcheinen ſpäter als Lehrer an der Als- felder Lateinſchule; 8 wurden ſpäter Superintendenten, 8 Hoch- ſchulprofefforen(darunter 4 Rektoren) und 2 Bürgermeilter von Alsfeld. Zwölf waren von Adel, drei wurden ſpäter geadelt, bezw. ihre Nachkommen. Eine große Anzahl diente der Vaterſtadt oder dem Vaterlande als Schöffen, Stadtſchreiber, Geiſtliche, Arzte u. f. f. Im ganzen ließen lich bis 1700 an 16 deutfchen und außerdeutſchen Hochſchulen 387 Studierende ermitteln(430 Einträge). Die Zahl der Alsfelder Studierenden vor der Einführung der Reformation in Alsfeld(um 1526) beträgt 160; meiſt waren es Angehörige des Augultiner-

zember 1662 Prorektor der Heidelberger Univerlität. Seine Amtstätigkeit dauerte bis Dezember 1663. Einige Jahre ſpäter erſcheint er in der Ma- trikel der Univerfität Frankfurt a. O. Ein Eintrag vom 24. August 1672 lautet: Sebaftianus Ramſpeck, Balilienſis, olim profeffor in academia Heidel- bergenſi; qui ftipulata manu promiſit ſe tenorem juramenti obſervaturum.

Auch die Straßburger Matrikel ſcheint einen Angehörigen der Familie Ramſpeck zu enthalten. Am 30. Januar 1775 erſcheint:Samuel Ram- fperger de Bale, bey Hern Ziepff.(Matricula chirurgorum.)

¹1²) Näheres darüber ſiehe: Feltſchrift Philipp der Großmütige; S. 229 296:Die Stipendienreform Landgraf Philipps i. J. 1560 von Dr. W. Diehl. 5