Aufsatz 
Der Anschluss Hessen-Cassels an Preussen im Siebenjährigen Kriege / Theodor Hartwig
Entstehung
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er wie sein Vaterland liebte, zu verbringen. Doch als die Ehe seines Bruders mit der Schwester Carls XII. kinderlos blieb, sah er sich genöthigt, diesem Plane zu entsagen 12). Seine staatsmännische Befähigung steht nach dem Urtheil seiner Zeit- genossen auszer Zweifel. Er besasz jene zähe Hartnäckigkeit in Verfolgung seiner Pläne, welche dem politischen Muster, nach dem er sich gebildet hatte, Wilhelm von Oranien, in so hohem Masze zukam. Er wäre kein hessischer Fürst gewesen, wenn er nicht auch seine leidenschaftlichen Aufwallungen ge- habt hätte; doch liesz er, so viel man weisz, nie durch solche Impulse des Augenblicks seine Politik bestimmen. Seine Ent- schlüsse waren vielmehr stets das Product der reiflichsten Ue- berlegung. Dabei stand ihm eine genaue Kenntnisz der politi- schen Verhältnisse seiner Zeit und der in denselben maszgeben- den Einflüsse zur Verfügung. Diese hatte er sich erworben theils durch seinen eignen ausgebreiteteten persönlichen Ver- kehr mit den Fürsten und Staatsmännern der Zeit, theils auch durch die Berichte der von ihm mit ausnehmendem Geschick für seine diplomatischen Missionen gewählten Persönlichkeiten. Auch die Räthe, von welchen er umgeben war, erscheinen durchweg als tüchtige, wenn nicht bedeutende Männer. Als materiales Prinzip seiner Politik, wenn der Ausdruck gestattet ist, läszt sich die Aufrechterhaltung des Protestantismus und damit im Zusammenhang die Wahrung seiner fürstlichen Selbst- ständigkeit den Uebergriffen des Wiener Hofes gegenüber be- zeichnen. Dem ersteren Zwecke vornehmlich sollte auch die von ihm sehr eifrig betriebene Verbindung seines einzigen Soh- nes mit der Lieblingstochter König Georgs II. von England dienen. Denn in dem Heirathscontract heiszt es ausdrücklich, dasz diese Ehe insbesondere zum Besten der protestantischen Religion geschlossen sei ¹⁸).

) Vgl. über sein Leben vornehmlich Teuthorn, Ausführl. Gesch. d. Hessen. Bd. XI. 4.

13)Pour le bien de la religion protestante. Assec. Act. I, 10. Vgl. Rommel, Landgraf Friedrich II, in Ersch u. Gruber I, 50. S. 112.