Aufsatz 
Der Uebertritt des Erprinzen von Hessen-Cassel zum Katholicismus / von Th. Hartwig
Entstehung
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auf welche sich jene Ansicht vornehmlich stützt, ist zu un- genau, als dasz wir ihnen unbedingten Glauben zu schenken gezwungen wären. Die eine derselben findet sich in der Selbstbiographie des Generals Erust v. Schlieffen ¹), die andere in einem Briefe der Fran des hessischen Geh. Raths L. v. d. Asseburg an ihren Vetter den Freiherrn Ferd. v. d. Asseburg ²).

Lin gleichlautendes Gerücht cursierte auch schon zu Ende des Jahres 1754 in Stockholm. Dagegen behaupteten andere daselbst zu wissen, dass der kaiserliche Hof dem Prinzen mit der Anwartschaft auf einen Kurhut geschmeichelt

gar nicht zu vergeben hatten, angetragen. Xur durch die nach- drücklichsten Vorstellungen v. Schlieffens und des Freiherrn Ferd. von Asschurg liesz er sich endlich von der Nichtigkeit dieses Projectes überzeugen. Vergl. von Schlieffen Betreffnisse und Er- lebungen I. S. 179 und Denkwürdigkeiten des Freiherrn A. F. von der Asseburg S. 362 u. S. 382 f., wo die betreffenden Auszüge aus den Briefen mitgetheilt sind.

¹)Glaubensverschiedenheit kam Anfangs unter Leuten dem Erb- prinzen und Clemens August von Cöln die sich hauptsächlich dem Genusse zeitlicher Wonne überlassen, in keine Betrachtung, allmälig aber lenkten sich bei leeren Augenblicken die Gedanken doch auf Gegenstände, welche man ewige nennt, woran sich gleichwohl auch sehr leicht weltliche Absicht schlieszt, und Landgratf Fried- rich II. theilte bei seinen vortrefflichen Eigenschaften diese Schwachheiten mit andern Menschen, dasz in seinen Augen Ueber- drusz am Erlangten dem Unüberkommenen oft einen gröszeren Werth beilegte, als es verdiente. Das feierliche Gepränge des katholischen Gottesdienstes, die nackte Einfachheit des calvini- schen, vielleicht ein ungeprüfter Wunsch sich zu eignen für das mögliche Erlangen der nur für Eitelkeit wünschbaren Krone Polens, dieses und dergleichen konnte Eindruck bei ihm machen. Be- treffnisse I. S. 39.

²) Schreiben vom 24. Nov. 1754 aus Halberstadt, abgedruckt in den Denkwürdigkeiten S. 352 ff. Am Schlusse desselben heiszt es: Je crois que le Grand-maitre der kurcölnische Oberhofmeister Herrmann von der Asseburg a bercé le Prince de Hesse de la couronne de Pologne, et il a eu la bonté de croire cela possible.