Aufsatz 
Der Uebertritt des Erprinzen von Hessen-Cassel zum Katholicismus / von Th. Hartwig
Entstehung
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habe ¹). Auch eine solche Hoffnung würde für Friedrich schon ihren Reiz gehabt haben. Indes ist kaum glaublich, dasz der kaiserliche Hof sich damals eine solche Einwirkung erlaubt haben sollte. Wohl ist es aber möglich, dasz man dem Prinzen katholischer Seits die Aussicht auf verschiedene andere Vortheile eröffnete.

Wenn bei dem Erbprinzen in diesem Falle überhaupt Gründe vorausgesetzt werden dürfen, welche nicht in welt- lichen Absichten ihren Ursprung hatten, so können es kaum andere als die gewesen sein, dasz einmal der ungewohute Glanz des katholischen Cultus seinem Wesen vielmehr zu- sagte als die Einfachheit des reformirten Gottesdienstes ²), und dasz zweitens er sich Hoffnung machte, bei den katho- lischen Priestern eine gröszere Connivenz gegen seine Schwä- chen zu finden als bei den evangelischen. Jedoch ist nicht

¹) Der hessische Legations-Secretair Lichtenberger in Stockholm schreibt den 23. Dec. 1754 an Regierungsrath Hein(Ass. Act. XI. c): Comme on ne pouvoit se persuader que le Serenissime Prince s'étoit laissé convaincre par les dogmes de la religion catho- lique romaine, on rechercha des raisons politiques, qui pourroient avoir contribuées à ce changement, Les uns pretendoient étre informés, due la cour Imperiale avoit flatté le Ser. Prince de la dignité electorale. Les autres portoient leurs vues dans l'avenir et croy- oient avoir trouvé la raison dans quelques promesses qu'on venoit de faire au Prince en cas le throne de Pologne devenoit vacant. Plusieurs autres raisons politiques qu'on. se forgeoit à plaisir, ſirent enfin place à l'avis qu'on pretend avoir, et dont on parle tant à la cour que dans la ville, qu'une intrigue amoureuse avoit donné occasion à ce changement; on nomme meme la personne dont on dit, que la soeur doit èétre aimée de l'Electeur de Cologne, Voici comment on raisonne.

²) Zu einer Zeit, in welcher Friedrich einem Rücktritt zum Prote- stantismus näher war als je vorher oder nachher, Ende Januar 1756, äuszerte er in einem Gespräch mit Oberst v. Bose: die re- formirte Religion sei zu kahl und nackt, man hätte dabei nichts fur das Auge, was einem das Herz rühren müssc. Schreiben von Boses an Regierungsrath Hein. Iersfeld den 24. Januar. Asa.

Act. XII. b.