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Ausicht aussprachen*). Ihren schärfsten Ausdruck erhielt diese Ueberzeugung in einem Schreiben des Landgrafen an den Erzbischof Clemens August von Cöln vom 29. Aug. 1755, welches seines interessanten Inhalts wegen noch öfters uns beschäftigen wird. Doch auch Katholiken sprachen sich in vertrautem Kreise in ähnlichem Sinne aus ²).
Leider geht aber die Uebereinstimmung in allen Zeug- nissen nicht weiter als bis zu diesem negativen Resultat. Denn wo es sich um Angabe der wirklichen Gründe für den Uebertritt handelt, liefern unsere Quellen entweder nur all- gemeine Andcutungen oder sie geben widersprechende Aus- sagen, welche theilweise in der Form der Vermuthung auf- treten, theils auch geradezu als Gerüchte bezeichnet werden.
¹) Zum Beweise dasz auch andere, welche dem Parteikampfe ferner standen, so urtheilten, mögen einige Stellen aus den Briefen des Herrn von Boisy an den Landgrafen dienen. Zuvor sei aber be- merkt, dasz Boisy den Erbprinzen aus seiner Jugendzeit kannte und auch damals noch brieflich mit ihm verkehrte, sowie dasz aus der ganzen Correspondenz ersichtlich ist, dass der genannte sich die Selbstständigkeit seines Urtheils dem Landgrafen gegen- über wohl zu wahren wusste. Am 11. Dec. 1754 schreibt er:— comme ce n'est pas la persuasion ni l'amour de la verité qui l'ont entrainé dans ce precipice mais plutot des libertins, qui se sont prévalu de sa foiblesse pour le faire donner dans le piege sans doute sous de vaines esperances, il n'est pas possible que cette nouvelle religion prenne racine dans son coeur etc.; am 11. Januar 1755: II n'est pas possible qu'il ait embrassé cette religion pour tranquiliser sa conscience, c'est un piege on il a donné à force d'y avoir été poussé par des gens qui se moqueront de luy. In einem Briefe vom 18. Okt. 1755 er- klärt Boisy, welcher während des Sommers an dem Hofe in Cassel zu Besuch gewesen war, geradezu, dasz der Religionswechsel auch nicht eine gute Seite habe.
*) Nach einem Briefe C. Fr. Mosers an Legationsrath Hilchenbach in Frankfurt vom 31. Juli 1756(Ass. Act. II, b) hatte der Fürst- bischof von Würzburg(Adam Friedrich von Seinsheim) in seinem Cabinet zu mehreren Katholiken gesagt, er habe nie geglauhbt, dasz der Erbprinz gut katholisch sei.
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