Aufsatz 
Der Uebertritt des Erprinzen von Hessen-Cassel zum Katholicismus / von Th. Hartwig
Entstehung
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Wenn man nun zu alledem noch bedenkt, wie wenig bekanntlich Friedrich auch später, als keine Rücksicht ihn wenigstens in seinem persönlichen Verhalten mehr beengen konnte, den Anforderungen, welche der Katholicismus an seine Bekenner stellt, entsprach ¹), so wird man unmöglich sich der Ueberzengung verschlieszen können, dasz dieses Bekehrungs- werk nicht etwa die Frucht eines tief aus dem Herzen kom- menden religiösen Gefühles, sondern dasz es aus einem ganz anderen Boden hervorgewachsen war.

Wem aber dieses Resultat noch nicht hinlänglich ge- sichert erscheint, für den mag noch ausdrücklich bemerkt werden, dasz, soweit das mir zugängliche Material ein Urtheil gestattet, auch alle die, welche mit der Geschichte der Be- kehrung genauer bekannt zu sein glaubten und sich nicht durch das Parteiinteresse Stillschweigen gebieten lieszen, die gleiche

28. Januar 1755 an denselben heisst es: Je n'espère que très foible- ment de son retour... L'indifference et même le sang froid qu'il garde jusques ici sur tout ce qui se passe avec lui ne me confirme que trop dans cette persuasion... Je crois qu'en partie il est in- sensible à bien des choses qui assommeroient des personnes d'un coeur autrement placé que le sien et que pour le reste il compte de se dedommager par d'autres objets qui font sa passion et peut- étre la cause de tout son malheur. Die Hoffnung, dasz etwa sein

Wankelmuth ihn wieder zum Wechsel führen möchte, scheint dem

Landgrafen nicht stichhaltig.Outre cela il lui faudroit passer par bien des epreuves repugnantes pour en venir à un changement et plutôt que de les subir il preferera la honte qu'il a deja avalée etc. Ass. Act. II. a.

¹) Ich will ausdrücklich bemerken, dasz es mir nicht in den Sinn kommt, die mannigfachen Verdienste, welche Friedrich sich wäh- rend seiner Regierung, um sein Land und speciell um Cassel er- worben hat, in Frage zu stellen. Indes kann ich, wie ich seinen

Charakter auffasse, nicht umhin, seine Thätigkeit für Kunst und

Wissenschaft, welche doch den eigentlichen Glanzpunkt seines

Regimes bildet, nicht sowohl aus einem ernsten, tiefen Interesse

an diesen Dingen als vielmehr aus dem Wunsche zu erklären,

vor den Augen der Welt als Mäcen von Gelehrten und Künstler zu glänzen.