Aufsatz 
Der Uebertritt des Erprinzen von Hessen-Cassel zum Katholicismus / von Th. Hartwig
Entstehung
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Diesem legte er selbst in längerer Ansprache, welche sein Sohn mit anhören muszte, die Gesichtspunkte dar, nach denen er die Erziehung des Knaben geleitet wissen wollte ¹). Zu seiner Freude fand er in Crousaz einen Mann, welcher ganz auf seine Ideen eingieng, zumal da sie mit dessen eige- nen Auschauungen völlig in Einklang standen. Sechs Jahre lang ²) leitete nun Crousaz die Erziehung des Knaben und hatte demnach vollauf Gelegenheit, dessen Charakteranlagen zu studieren. Auch kann man mit Sicherheit erwarten, in ihm nicht etwa einen allzuscharfen Beurtheiler seines Zög- lings zu finden; denn er selbst macht einmal die übrigens durchaus zutreffende Bemerkung, dasz nur derjenige ein rechter Erzieher und namentlich bei einem Prinzen sein könne, welcher demselben seine volle Liebe weihe, und es ergibt sich auch aus dem Tagebuch sowohl wie aus den späteren Briefen, dasz er diese Maxime völlig in seine eigene Praxis übertragen hat.

Nach seinen Beobachtungen erscheint der Prinz nun in den ersten Jahren als ein Knabe von schätzens- werther Begabung. Lebendiges Wesen und rasche Fas- sungskraft werden an ihm gerühmt. Auch zeigte er sich

Schmerfeld aus den Jahren 1734 41. Die Benutzung dieser Hand- schriften verdanke ich der Güte eines Nachkommen von jenem ersten Lehrer des Prinzen, des Herrn Geh. Reg. Rathes von Schmerfeld dahier.

¹) Die Ansprache wurde aufgezeichnet von Crousaz und bildet den Eingang zu dem genannten Tagebhuch. In wie weit freilich diese Wiedergabe den Anspruch auf Treue machen kann, läszt sich kaum beurtheilen. Die Gedanken, welche darin ausgesprochen sind, erinnern in mehr als einer Hinsicht an die trefflichen Rath- schläge, welche Lord Chesterfield seinem Sohn in den berühmten Briefen ertheilte.

²) Rommel und Strieder lassen Crousaz erst 1735 aus seiner Stellung scheiden. Allein seine Briefe an Schmerfeld beweisen, dasz dies, spät gerechnet, 1734 der Fall war. Nach den in mehreren An- gaben ganz unzuverlässigen Personalien Friedrichs ll, wurde Crousaz schon 1731 durch Oberst von Donop ersetzt.