Aufsatz 
Der Uebertritt des Erprinzen von Hessen-Cassel zum Katholicismus / von Th. Hartwig
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

Unter diesen Umständen erscheint es mir geboten, ehe ich an die Ausbentung dieser verschiedenartigen Quellen gehe, den Character des Erbprinzen einer Prüfung zu unter- werfen, um zu sechen, in wie weit sich eine psychologische Erklärung für seinen Uebertritt finden läszt. Freilich ist dies nicht möglich, ohne der späteren Erzühlung vorzugrei- fen. Denn es sind alle diejenigen Momente aus seinem Leben in Betracht zu ziehen, welche geeignet sind sein Wesen nach dieser Richtung bin zu beleuchten.

Friedrich, geboren am 14. August 1720, war der einzige Sohn) aus der Ehe Wilhelms VIII. mit Dorothea Wilhelmina, der Tochter des Herzogs Moriz von Sachsen Zeitz 2). Sein

an Peter Ochs von Basel(Beitr. zur Gesch. Basels, 8 S. 158 f.) J'ai trouvé ici un homme, qui égale tout ce que Rome et la Grèce ont eu de savants guerriers, qui sait aussi bien non seulement les auteurs, mais son Muratori, son Ekard, ses monumenta Boica, que moi, qui n'aime autre chose, qui à tout cela réunit inſinement d'esprit, le vrai génie et une grande dme;.. De plus en plus je suis enchanté de ses belles qualités; je n'ai jamais vu d'homme comme lui, bien que j'en connaisse un grand nombre, qui me sont très chers et que je respecte beaucoup.

Ein älterer Bruder Friedrichs, Karl, starb, ehe er ein Jahr alt war. ²) Auch dieser Fürst bekannte sich eine Zeit lang zum Katholicismus.

Die Geschichte seiner Bekehrung ist so lehrreich für die Kenant-

nis der Mittel, welche man zu Zeiten im Dienst der allein selig-

machenden Kirche anwandte, dasz es mir nicht überflüssig er- scheint, sie hier in ihren Hauptzügen zu recapitulieren. Dea

Grund zu dem CUebertritt legte der jüngere Bruder des Herzogs,

Christian August. Dieser war nämlich schon vor seinem Bruder

katholisch geworden und hatte es auf der Stufenleiter der Hier-

archie bis zum Erzbischof von Gran und Primas von Ungarn gebracht. Was war natürlicher, als dasz er sich im Herzen gedrungen fühlte, der Kirche seinen Daunk für diese Wohlthaten zu zollen, und wie konnte er dies besser, als weun er auch seinen

Bruder, den regierenden Fürsten, der Segnungen seines Glaubens

theilhaftig machte? Doch war das Ziel nicht leicht auf geradem

Wege zu erreichen, denn Moritz kannte die Geschichte der Reli-

gionen und hatte viel über confessionelle Fragen nachgedacht.