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einen Schall von ſich geben, noch auf unſer Gemüth irgend einen Eindruck hervorbrachten. Und wie leicht war jetzt der ſo unbedeutende letzte Schritt nicht zu thun? Die erſten Worte, die ein Kind zu ſprechen vermag, ſind die Benennungen für die, die am meiſten mit ihm umgehn, die es am meiſten lieben— Vater und Mutter. Bei dem Ausdrucke dieſer beiden Begriffe, die die Natur gleichſam ſchon beim Entſtehen uns in's Herz geſchrieben hat, wird wohl kein Kind ſich lange fragen: Wie ſagen Andere dafür? Die erſten Laute, die faſt von ſeinen Lippen fließen, widmet es dem, was es zuerſt bezeichnen will. Es weiß nicht, ob man in ſeinem Lande Vater, pater, aw, pèére oder father ſagt— die leichteſten Töne bei den Kindern aller Völker ohne Unterſchied, die Töne b und m waren ihm genug. Be, Ba, Pa oder Papa waren für Vater, M. Mam, Mama für Mutter hinreichend. Auch unſerer Ureltern kindliches Gemüth wird gewiß zu dieſen Lauten gegriffen haben und die Kinder derſelben und ihre Nachkommen haben ſie beibehalten und ſie ſind bis auf uns gekommen jene heiligen, herzerhebenden Töne, und in jenem Papa und in Abh und in Em, Mama und Mutter finden wir ſie!— Ich glaube den Einwurf zu hören, die Kinder, was ja auch mit der ganzen übrigen Sprache der Fall iſt, lernten auch dieſe erſten Wörter von den Erwachſenen. Allein das ſcheint mir ziemlich ſonderbar, daß der Deutſche ſtatt ſeines Vater, der Römer ſtatt ſeines pater, der Engländer ſtatt ſeines father ſeine Kinder das allgemeine Papa lehren ſollte. Iſt es nicht viel wahrſcheinlicher, daß im Gegentheil die Erwachſenen ſolche Kinder⸗ worter von ihren Urhebern, den Kindern gelernt haben? Auf keinen Fall haben die Eltern die neuen Weltbürger Ausdrücke für das gelehrt, was ſie am meiſten anzieht— ich meine das Eſſen und Trinken! Und dennoch hat ein jedes Kind ſchon ſehr früh Mittel dieſe zu benennen. Adam ging es gewiß nicht ſchlechter: er fand bald Ausdrücke für das, was ihm noch wichtig war. Auch dieſe Ausdrücke konnten keine großen, ausgebildeten ſein, ſie beſtanden höchſtens aus ein bis zwei Buchſtaben. So war der Menſch immer weiter geſtiegen in der Ausbildung der Sprache— die erſten Schritte waren gethan, aus der Zeichenſprache war endlich eine Tonſprache geworden. Daß die Redensarten in dieſer Anfangs nicht ſehr weitſchweifig geweſen ſein mögen, glaube ich nicht wiederholen zu müſſen; wer jedoch einen Beweis verlangt, der denke nur an die alten Sprachen, die je älter auch deſto kräftiger und kürzer ſind. Die kräftigſte und kürzeſte Sprache des Morgen⸗ landes iſt die hebräiſche, viel weitſchweifiger iſt die kaldäiſche und dieſe ſcheint auf den erſten Blick faſt nur eine verdorbene Mundart jener Sprache; ſchon das Anhängen des Aleph und anderer Buchſtaben an die hebräiſchen Worte zeigt, daß dieſe die Mutterſprache der kaldäiſchen ſei; ebenſo verhält es ſich mit der ſyriſchen und ſamaritaniſchen. Die arabiſche Sprache, wenn ſie an Kraft der hebräiſchen auch nicht nachſteht, iſt doch zu ſehr grammatikaliſch ausgebildet und zu reich, um älter ſein zu können als dieſe; auch bei ihr ſind ſchon oft Buchſtaben zu den entſprechenden he⸗ bräiſchen Wörtern zugefügt. Nach allen dieſen Gründen wird man die hebräiſche wohl als die zu⸗ erſt ausgebildete anerkennen. Zu der Zeit des Todes Adams(930) mag dieſelbe ſchon in der Ge⸗ ſtalt geſprochen worden ſein wie ſie uns in der heiligen Schrift überliefert wird. Vor und nach der Sündfluth wurde dieſe allein geſprochen, doch mit einigen Veränderungen, nach der Verſchieden⸗ heit der Wohnorte, ſo daß aus ihr als Mundarten das Kaldäiſche, Syriſche, Samaritaniſche, viel⸗ leicht auch das Arabiſche hervorgegangen ſind. Dieſe letzteren, urſprünglich nur in der Ausſprache verſchieden, bildeten ſich in der Folge zu verſchiedenen Sprachen aus. Dieſe geringen Verſchiedenheiten dauerten fort, bis durch die babyloniſche Sprachverwirrung(über 2000 Jahre nach der Welter⸗ ſchaffung) noch größere eintraten. Der Menſchen ſtolzes Treiben zu hindern und zugleich zu be⸗


