musste jedoch verschoben werden, da die Verhandlungen Valkeniers mit den betreffenden Höfen bis dahin noch nicht zu dem erwünschten Ergebnis gekommen waren.
Mitte April ist die Angelegenheit durch den unermüdlichen holländischen Gesandten, der von Hof zu Hof reist und da die Unterhandlungen meisterhaft führt, soweit geregelt, dass an die Verschickung gedacht werden konnte. Am 22. April/2. Mai 1699 waren die Privilegien der Waldenser in 33 Artikeln von Landgraf ErnstLud wig und vonValkenier unterzeichnet und im Drucke veröffentlicht worden.*)
Mit 600 Familien aus dem Thale Pragela, die in den „löblichen Ohrten“ verteilt waren, wollte man den Anfang machen. Davon waren 330 Familien im Züricher Gebiet verpflegt worden; sie sollen nun den Rhein hinunter auf Schiffen bis nach Gernsheim befördert werden. Mit den Schiffmeistern wird dahin abgeschlossen, dass sie wöchentlich 2 Schiffe mit 100 oder 116 bis 120 Personen„mit bündlen und Fälisen“ dorthin führen. Für die zu Fuss über Thain gen bei Schaffhausen wandernden Waldenser waren zwei Kom- missare bestellt, die täglich 1 fl. für ihre aufopfernde Thätig- keit erhalten sollten. Vor der Grossen Verordnung wird von dem Bürgermeister Escher erwähnt, dass Valkenier für die „Refugierte aus dem Thale Pragela besonderbahr sorge trage.“
Während die Schiffe nach dem für das Jahr 1688 ver- einbarten Lohn 100 Personen fassen, gehen die in das württem- bergische Gebiet ausziehenden Flüchtlinge in Abteilungen von je 50 Personen. Den Schiffsleuten wird für eine Fahrt der Betrag von 60 fl. vergütet; aus dem Werkhof werden ihnen ferner noch„alte Brugläden zesambt den Seilern und Näglen“ gegeben. Was den Zoll und das Weggeld auf dem Rhein anbelangt, so hofft man, dass die betreffenden Hertschaften
*) Diese Privilegien sind abgedruckt im französ. Wortlaut in dem Bulletin de la Société d'Ilistoire Vaudoise. No. 12. La Tour. Eine Uebersetzung in die deutsche Sprache aus jener Zeit bildet mit den hochinteressanten Moutoux-Briefen einen Teil des Hefts X vom III. Zehnt der Geschichtsblätter des Deutschen Hugenotten-Vereins. Magdeburg.


