Aufsatz 
Die Waldenser-Gemeinde Pragela auf ihrer Wanderung ins Hessenland : aktenmässige Untersuchungen / von Daniel Bonin
Entstehung
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ung spricht der Verfasser über das Verhältnis der Waldenser zu ihrem Herzoge, über den Verlust ihrer Verbriefungen während des Krieges, über die Freiheiten, die ihnen früher zugestanden worden, und die ihnen jetzt genommen wurden, über die Bestallung ihrer Geistlichen, über 6 0000 Pfund Kriegskosten, die die Thäler für den Krieg im Jahre 1663 zu leisten hatten, wofür sie die Weinberge von Luzerne und die Gemeinde St. Jean verpfänden mussten. Zum Schlusse werden in 22 Artikeln die Bedingungen aufgestellt, unter denen der Vertrag mit dem Herzoge abgeschlossen werden sollte. Diese Bedingungen sind von ausserordentlicher Wichtigkeit für die späteren Ansiedlungen der Vertriebenen in anderen Ländern, da sie dic Selbständigkeit der Kirche nach aussen wie innen wahren.

Am 2 8. Mai 1694 hatte der Herzog von Savoyen den Waldensern den Besitz ihrer Güter und die Freiheit ihres Glaubens wieder zugesagt, da er im Bunde mit den Staaten, die sich gegen Ludwigs XIV. Politik vereinigt hatten, grössere Vorteile für sein Land erwartete. In dem Erlasse des Herzogs Victor Amadeus werden die Edikte vom 3 1. Januar und 9. April 1686 widerrufen. Die Waldenser werden danach in alle früher genossenen Ehren wieder eingesetzt, die noch im Gefängnis zurükgehaltenen Bewohner der Thäler Luzerne, St. Martin und Perouse sollen wieder freigegeben werden, soweit sie ihre Freiheit noch nicht wieder erlangt hatten; die Kinder sollen wieder zu ihren Eltern zurückkehren dürfen, um von diesen im Glauben der Väter erzogen zu werden. Alle diejenigen, die im Besitze der Güter der Waldenser waren, die diese früher hatten aufgeben müssen, waren genôtigt, sie wieder herauszugeben. Die seitherigen Eigentümer der Güter der Waldenser wurden angewiesen, ihre Entschädigungsansprüche vorzubringen vor dem zuständigen Gerichtshofe des Herzogs.

Die französischen Waldenser, die nach dem siegreichen Kampfe um La Balsiglia sich nach den piemontesischen Thälern zurückbegeben hatten, waren in den ersten Jahren der günstigen Wendung der Waldenserangelegenheiten ebenfalls im Genusse der von dem Herzoge bewilligten Freiheiten.