— 5—
Boden genommen für immer. Heute ist die Bevölkerung des Thales Pragela fast durchweg katholisch, wie sie es auch die letzten zwei Jahrhunderte hindurch gewesen ist, waͤhrend in den piemontesischen Thälern der alte Waldenserglaube mächtig sich regt und zu den alten Gemeinden immer neue gewinnt. 1
Mehr als 200 Jahre sind verflossen, seitdem 195 Familien der Gemeinde Pragela den heimatlichen Boden verlassen haben, der getränkt war mit dem Blute derer, die für ihren Glauben ihr Leben hingegeben haben.
Am 19. April 1688 ist ein amtliches Verzeichnis der Güter der Flüchtlinge eingefordert worden, das uns genaue Kunde giebt von der Lage der so hart Bedrängten, die das teure Gut, den Glauben der Väter, hinüber retteten in die neue Heimat, die ihnen nach mühevoller Wanderung erst nach Jahren im Hessenlande geworden ist.
Das Schriftstück ist von dem derzeitigen Pfarrer in Dortelweil, Herrn J. Guyot, wuͤhrend seines Aufenthaltes im Heimatthale unserer Vorfahren entdeckt und mir zur Be- arbeitung gütigst überlassen worden.
Der Sekrerür der Gemeinde Pragelato, Monsieur Guigas, hat uns in dankenswerter Weise eine genaue Abschrift dieser Urkunde überschickt; er bemerkt am 17. Dez. 1897 dazu:
„Lannée prochaine. qui est le bicentenaire de cette émigration due à des sentiments anti-humanitaires et qui tendaient à violer la conscience, surtout vous soit-elle pleine de satisfaction et d'amour. D'ici, votre ancienne patrie, nous verrons célébrer vos fètes et nos coeurs seront avec vous autres.“
Der Eingang der erwähnten Urkunde lautet: 8 8 OCommunauté de Pragela.
Etat dressé par nous Jean Perron, Notaire Royal du Mandement de Pragela et Etienne Friquet espert nommés par les Officiers de la Communauté de Pragela ensuite de l'ordonnance de Monseigneur l'Intendant du 19 avril 1688 de la Consistance et valeur des dits biens qui ont appartenu


