— 60—
Theodor Hartwig ist geboren zu Hundelshausen am 17. August 1837, besuchte: das hiesige Gymnasium von Ostern 1849 bis zum Herbst 1855, studirte dann in Marburg
Theologie und Philologie und bestand in der Theologie im November 1859 die vorge- schriebenen Prüfungen zu Marburg und Cassel. Nachher setzte er seine philologischen Studien in Bonn fort und unterzog sich im Juli 1861 der philologischen Prüfung bei der theoretischen Prüfungs-Commission in Marburg. Nach einem vierteljährlichen Aufenthalt in Göttingen kehrte er nach Marburg zurück und trat in dem dortigen Gymnasium kurz nach Neujahr als Praktikant und beauftragter Lehrer ein. Im Oktober 1863 bestand er die praktische Präfung zu Cassel bei der Schul-Commission für Gymnasial-Angele. genheiten. Er traf noch vor Schluss des vorigen Jahres hier ein und wurde bei der Eröffnung des Schul-Cursus nach Neujahr in seine hiesige Lehrthätigkeit eingeführt. Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. December Mittags bis zum 4. Januar. Nach dem neuen Jahre fing das Scharlachfieber hier an umsich zu greifen. Einige der jüngeren Schüler öberstanden es glücklich. Nur einer unterlag der Krankheit, nämlich Os- kar Landgrebe, Sohn des Herrn Landbaumeisters dahier, geboren den 15. April 1850 zu Schmalkalden. Um Ostern 1859 wurde er in dic Sexta des hiesigen Gymnasiums auf- genommen und machte durch seine gute Begabung und regen Lerneifer solche Fort-
schritte, dass er nahe daran war, in die Secunda versetzt zu werden. Die Leiche
wurde am 11. März feierlich zur Erde bestattet. Von Herrn Consistorialrath Pfaffe
und dem Director des Gymnasiums wurden Reden an dem Grabe gehalten und ein Trauergesang von einem Theil der Schüler ausgeführt. ldüle Die Lehrer wurden im Lauf des Winters sowie früher fast gar nicht qutch⸗ Kränk. heit an der Erfülläug ihres Berufs gehindert. Nur Pfarrer Vial musste 8 Tage wegen Unwohlseins aussetzen. Bei einer nicht geringen Zahl von Schülern kamen kurz dau- ernde Unpässlichkeiten vor. Wenige wurden läugere Zeit, einer sogar das letate Vierteljahr hindurch, an dem Besuch der Lehrstunden durch Krankheit gehindert. Das Winterhalbjahr wurde nach vorher von Kurfürstlichem Ministerium des Innern durch Rescript vom 6. Februar ertheilter ienehe en weden des früh Ei taſleuien Osterlestes um 8 Tage Porlanget 3
†
S


