Aufsatz 
Zur Erinnerung an Friedrich Ludwig Karl Weigand / von Otto Bindewald
Entstehung
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biete der Sprachforſchung, ſo wandelte er doch in ihrem Geiſt und auf den von ihnen eröffneten Bahnen und iſt zugleich ein leuchtendes Beiſpiel dafür, wie weit ein befähigter Menſch auch unter weniger günſtigen Umſtänden es bringen kann, wenn er dem in ihn gelegten Drang mit beharrlichem Fleiß und ſittlicher Energie folgt und von dem als richtig erkannten Weg weder zur Rechten, noch zur Linken abweicht. Mit Genugthuung und Stolz reihen wir ihn in zweiter Linie jenen genannten heſſiſchen Männern an, mit denen gleich edles Streben, die Tiefen des Sprachgeiſtes zu erfaſſen, und die gleiche Liebe zum deut⸗ ſchen Volk und der Sinn für Deutſchlands Ehre und Größe ihn verbindet. Er war einer jener ſoliden Forſcher, auf deren Schultern die jetzt lebende Generation der deutſchen Sprachgelehrten ſteht, und mögen auch ſpäter vielleicht andere Bahnen der Forſchung und Unterſuchung eingeſchlagen werden, andere Anſichten über die Betreibung der germa⸗ niſtiſchen Studien ſich geltend machen und andere Werke an die Stelle der jetzt vorzugsweiſe geprieſenen treten, uns iſt nicht zweifelhaft, daß dem Germaniſten Weigand, deſſen Name ſo leuchtend in die Annalen deutſcher Sprachwiſſenſchaft eingegraben iſt, auf lange Zeiten hinaus im deutſchen Volke das ehrenvollſte und dankbarſte Andenken geſichert bleibt. Möchte es vornämlich in unſerer Stadt und in ſeinem engern heſſiſchen Vaterland, zu deſſen beſten Männern er gerechnet werden darf, nie erlöſchen!

Swér an réhte güete, wendet sin gemüete, dem volget sælde und ére.

Hartmans v. d. Aue Iwein I.