Am 2. Juli 1878 ſchloß ſich zu Gießen der Grabhügel über dem Sarge Friedrich Ludwig Karl Weigands. Wer der Mann war, braucht nicht geſagt zu werden. Sein Name iſt weit über die Gränzen ſeiner engern Heimat hinaus im ganzen deutſchen Vater⸗ lande, ja im fernen Auslande bekannt und geehrt, und ſeine Leiſtungen und Verdienſte vornämlich als deutſcher Lexicograph und Sprachforſcher haben nicht bloß in der wiſſenſchaftlichen Welt und im engern Kreiſe ſeiner Fachgenoſſen, ſondern auch unter der großen Menge der Ge⸗ bildeten unſerer Nation vielfach bereits wolverdiente Würdigung und Anerkennung gefunden. Auffallend kann es darum nicht erſcheinen, wenn es jemand unternimmt, ein ausführlicheres Bild des Lebens und Wirkens eines ſolchen Mannes nach den verſchiedenen Richtungen ſeiner Thätigkeit hin zu zeichnen und Weſen und Umfang ſeiner wiſſenſchaftlichen Leiſtungen von ihren erſten Anfängen an bis zu den bedeutenderen Werken ſeines reiferen Alters und der letzten Jahre ſeines Lebens im Zuſammenhange zu verfolgen und dem jetzt lebenden Geſchlechte vorzuführen, damit, was man ihm verdankt, noch allge⸗ meiner und intenſiver erkannt werde und ſein Gedächtnis auch für die Folgezeit in geſegneter Erinnerung bleibe. Befremden koönnte es nur hier und da, insbeſondere bei Fernerſtehenden, erregen, daß gerade wir in einer Beigabe zum Oſterprogramm unſerer Anſtalt und zwar ſo bald ſchon nach dem Hinſcheiden des Verewigten die Zeichnung eines ſolchen Lebensbildes und die Charakteriſtik ſeiner vielſeitigen Wirkſamkeit verſuchen. Viele möchten es vielleicht für geziemender erachten, daß dieß an einem andern Orte, etwa in einer germaniſti⸗ ſchen Fachzeitſchrift und von berufenerer Hand geſchehe. Unſer Unter⸗
nehmen bedarf daher wol einiger Rechtfertigung. Wir glauben aber 1*.


