gemacht hatte. ¹²¹) Dazu kam ein weiteres. Kaiser Karl hatte Ulrich III. von Hanau erlaubt, in Rodheim vor der Höhe, das Ulrich mit Falkenstein gemeinschaftlich besass, eine Burg zu bauen, die Stadt mit Mauern, Türmen u. s. w. zu versehen, und hatte weiter den Leuten von Rodheim die Freiheiten Frankfurts und einen Wochenmarkt bewilligt. ¹²⁵) Ferner hatte der Kaiser Gelnhausen befohlen, dem Landvogt auf Verlangen Hilfe zu leisten„in unsern und des Reiches Sachen und auch in den seinen.“¹²ε⁶) Offenbar fühlte sich nun Philipp von Falkenstein durch den Burgenbau beeinträchtigt. Sodann reizte es ihn, dass der kaiserliche Hofrichter im Mai 1362 die streitigen 4000 Gulden Gottfried von Stockheim, also der Gegenpartei, zusprach.¹²) Philipp hat sich dem wohl nicht gefügt, und es standen Ver- wicklungen bevor, denn am 15. Juli 1362 bat Ulrich die Stadt Frankfurt, ihm bis zum nächsten Freitag sagen zu lassen, ob sie ihn der Aufforderung des Kaisers entsprechend gegen ungerechte Angriffe schützen wolle. ¹² ⁸) Ob Frankfurt Vertreter schickte, wissen wir nicht, jedenfalls suchten aber noch im Oktober und November 1362 PFrankfurter Abgesandte zwischen Ulrich und Philipp zu vermitteln. ¹²⁹) Da wurde durch die Verkündigung des kaiserlichen Hofrichters die Sache ruchbar. Mitte Januar 1363 nämlich teilte der Hofrichter dem Erzbischof Kuno von Trier, dem Bruder Philipps VI. von Falkenstein, mit, dass Ulrich von Hanau w egen seiner Forderung von 4000 M. Silber in Nutzgewähr der meisten Burgen und Städte Philipps VI. gesetzt Sei. ¹³⁰) Dasselbe teilte der Hofrichter den Erzbischöfen von Mainz und Trier, dem Abt von Fulda und fast allen Fürsten, Herren und Edlen der Umgegend, sowie den vier wetterauischen Reichsstädten mit. ¹²¹) Peter von Rumpenheim wurde beauftragt, Ulrich III. in die Nutzniessung der Güter einzusetzen und ihren Inhabern zu befehlen, dass sie ihn so lange darin liessen, bis die 4000 M. gelöst seien. ¹*²*) Philipp VI. verhielt sich dem gegenüber während des Nahror 1363 ruhig, sodass Ulrich zeitweilig die Wetterau verlassen konnte, wo er mit Genehmigung des Kaisers sich durch einen Unterlandvogt vertreten liess. ¹³) Er weilte zu Anfang des Jahres 1363 zweimal beim Kaiser, zuletzt im Nürnberg. ¹13½)„ Da geschah etwas Unerwartetes. Kaum hatte Ulrich Nürnberg verlassen, als der Kaiser den Michael Kurbitz, der im Dienste des Abtes zu Fulda stand, zum Hauptmann in Wetzlar und in den anderen
124) Lehmann a. a. 0. S. 53 erwähnt nach Urkunden aus dem Koblenzer Archiv, dass Philipp VI., der von Anfang an sehr verschuldet war, inmnner tiefer in Schulden geriet und endlich sogar in die Hände jüdischer Wucherer zu Frankfurt fiel. Im Chronic. Mogunt.(ed. Hegel) heisst es von ihm p. 15: qui fuit maximus tyrannus und p. 20: qui fuit alter Nero.
125) III, 397 Z. H. M. Ldb. Beilg. 52 S. 67, vgl. III, 98.
126) III, 397.
127) III, 404, vgl. III, 416.
128) III, 405.
129) III, 405 Zusätze, vgl. III, 413.
130) III, 417. Es sind: Burg u. Stadt Münzenberg, Burg u. Stadt Assenheim, Burg u. Stadt Hain in der Dreieich, Rodheim, Burg und Stadt Lich, Hungen, Niederw öllstadt, Burg und Stadt Königstin, Burg und Stadt Hofheim.
131) III, 418. Die Urkunde ist dadurch interessant, dass wir hier neben den Fürsten, Grafen und Herren auch die angesehensten Namen unter dem wetterauischen Landadel kennen lernen. Es werden angeführt die Gemeiner und Ganerben von Kronberg, Reiffenberg, Hatstein, Bommersheim, Stockheim, Vetzberg, Lindheim, Hörstein, Heusenstamm und Rüc kingen, die Burggrafen und Burgmänner zu Friedberg, Gelnhausen und Rödelheim, sowie die Gemeiner zu Praunheim, Schlitz, Rimrod, Hatzfeld und Dernbach.
132) III, 418 Z.
133) III, 421. Bernhard, antiq. Wett. p. 227, vgl. schon III, 178. 179.
134) Huber, Reg. Karls 3909. 30. 34.


