Aufsatz 
Übersicht der bisher erschienenen Programmabhandlungen [des Königlichen Gymnasiums zu Marburg/L.] 1834-1891 / von Philipp Schäfer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

städte 2 Groschen am Zoll des Landfriedens zu Gernsheim, ¹*¹) Ulrich allein die Erlaubnis im Forst bei Frankfurt 50 Morgen Wiesen neu anzulegen und sie dann als Reichslehen zu behalten. ¹¹²½) Bald darauf erhöhte ihm der Kaiser die Summe von 400 Gulden, für die ihm der Forst und der Buchwald bei Frankfurt verpfändet waren, um weitere 1000 Gulden. ¹¹³)

Kaunr war der Streit Ulrichs mit Philipp von Isenburg zur Ruhe gekommen, ¹¹⁴) als neue Unruhen in der nördlichen Wetterau ausbrachen. Im Jahre 1360 hatte die Stadt Wetzlar wieder mit streitsüchtigen Nachbarn, diesmal mit deu Grafen Dietrich I. von Solms und Poppo von Eberstein zu kümpfen, wobei die Wetzlarer eine Niederlage erlitten. Die Abgesandten Wetzlars hatten damals eine Zusammenkunft mit Ulrich III. von Hanau und Johann von Falkenstein in Assenheim. Dann wandten sie sich in einem Schreiben an die Stadt Frankfurt und baten um deren Vermittlung beim Kaiser. ¹¹⁵) Karl brachte nun zwar im Januar 1361. vorläufig eine Sühne zustande, ¹¹6) aber trotzdem dauerte die Fehde fort. Graf Dietrich von Solms wurde von Johann von Nassau, Ulrich von Hanau, Konrad von Weinsberg und dem Kriegsvolk der Städte Frankfurt, Friedberg und Gelnhausen in Hohensolms eingeschlossen, gefangen und zwei Jahre zu Wetzlar in Haft gehalten.) Erst 1363 kam es zu einer end- gültigen Aussöhnung, in die auch Ulrich von Hanau mit eingeschlossen wurde. ¹¹⁸)

In das Jahr 1361 fallen noch einige kleinere Aufträge des Kaisers an Ulrich, die für die Stellung, die Aufgabe und die Befugnisse des Landvogts recht bezeichnet sind. So gebot der Kaiser Ulrich im April 1361, dem Abt von Fulda zur Wiedereinlösung des Gerichts Wolferborn zu verhelfen; ¹¹⁹) dann teilte Karl der Stadt Gelnhausen mit, dass Ulrich die An rechte Eberhards von Eppstein und Heinrichs von Isenburg an einige Reichsgerichte prüfen solle. ¹²⁰) Endlich sollte durch Vermittlung Ulrichs die Stadt Friedberg gemeinsam mit Frankfurt und Gelnhausen dem Kaiser 6000 Gulden zahlen, damit er hiermit Reichsgut einlösen könne. ¹²¹)

Zu Beginn des Jahres 1362 finden wir die ersten Spuren von Differenzen zwischen dem Landvogt Ulrich von Hanau und Philipp VI. von Falkenstein. ¹²²) Es handelte sich dabei um fünf Dörfer, die streitig waren, ¹²⁴) und um eine Schuld von 4000 Gulden, die Falkenstein

111) III, 313.

112) III, 317. Schliephake V S. 14.

113) III, 321, vgl. 322.

114) Vgl. III, 344. 346, dazu III, 375.

115) III, 356 m. Z.

116) Huber, Reg. Karls 3525, vgl. III, 365. R. v. Solms-Laubach a. a. O. S. 34. Schliephake VI S. 72.

117) Uhnenstein, Gesch. von Wetzlar I S. 414 deutet die Fehde nur an. R. v. Solms-Laubach a. a. 0. S. 34. Im Juni 1361 hatte Johann von Nassau unter Zustimmung des Kaisers mit der Stadt Wetzlar ein Bündnis geschlossen. Ulmenstein a. a. O. I S. 409 ff. Schliephake VI S. 73.

118) R. v. Solms-Laubach a. a. O. S. 35 unten und S. 36. Ulmenstein I S. 414 419, der übrigens Ulrich dabei nicht nennt.

119) III, 377, vgl. III, 205. 207. Landau, Wettereiba, S. 109. Simon, Gesch. d. Hauses Isenburg, II S. 184.

120) III, 378.

121) III, 379. Baur, Hess. Urkundenbuch I S. 924.

122) Vgl. schon III, 122. 127. 141. 165. 309.

123) III, 405 Z. Es waren die 5 Dörfer Bischofsheim, Vilbel, Eschersheim, Ginnheim und Nied, vgl. Eigenbrodt, Archiv I S. 58. Lehmann, Gesch. d. Herren u. Grafen von Falkenstein OQlitteilungen d. hist. Vereins d. Pfalz, Bd. III, 1872) gedenkt dieser Wirren nicht.